Kommentar

„Für umme“ von Lutz Göllner

Zum achten Mal findet der Gratis Comic Tag inzwischen statt, in diesem Jahr am 13. Mai, und noch immer haben nicht alle Teilnehmer verstanden, worum es da eigentlich wirklich geht: Es ist eine Promoveranstaltung!

Lutz Göllner

Teilnehmende Verlage lassen Hefte drucken, in denen sie ihr Programm vorstellen können, diese werden in den teilnehmenden Buchhandlungen verteilt. Die Inhalte der Hefte sollen also ganz explizit Werbung für den eigenen Verlag machen, gerne auch mit exklusiven Inhalten.
In den Promoheften vergriffene Alben komplett nachdrucken zu lassen und zu hoffen, durch so einen Trick die Restverkäufe einer Serie anzukurbeln, gilt als äußerst unfein und wird von der Konkurrenz nicht gerne gesehen. Verständlicherweise!
Noch blöder trifft es jedoch die Händler, die es immer wieder mit raffgierigen Kunden zu tun bekommen, die für umme möglichst viele Gratis-Hefte abgreifen wollen (die Regel lautet: Für ein gekauftes Comic gibt es ein Gratis-Heft), um sie dann später als Raritäten bei Ebay zu verscheuern. Da hat sich die im Internet vorherrschende Abgreifermentalität bereits bis in die Buchhandlungen vorgefressen.
Der Gratiscomictag richtet sich vornehmlich an Kinder und nicht an die Sammler, die im Schweiße ihrer Füße die Läden abklappern um einen kompletten Satz abzustauben. Und er funktioniert ein bisschen so, wie auch der freundliche Heroindealer bei Ihnen an der Ecke arbeitet: Der erste Schuss ist frei.

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