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„Glückskind mit Vater“ von Christoph Hein

Aus seinem Leben erzählen? Der Protagonist in Christoph Heins neuem, großem Deutschlandroman pfeift drauf. Ein humoristischer Schachzug. Ansonsten gibt Hein den Chronisten und zeichnet in gewohnt realistischer Manier das Schicksal Konstantin Boggeschs nach, spannend und voller Empathie. Als Sohn eines üblen Nazis, der zwar im Krieg blieb, ist Boggesch stigmatisiert. Vergeblich versucht er, bei der Fremdenlegion anzuheuern, befreundet sich mit Widerstandsveteranen, scheitert bei der Aufnahme an einer Filmhochschule, verliert Frau und Kind und leidet als Lehrer unterm DDR-Regime, bis es fällt. Na, wenn das nicht erzählenswert ist!

Text: Tobias Schwartz

Glückskind mit Vater von Christoph Hein, Suhrkamp, 527 S., 22,95 Euro

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