Bücher

Graphic ­Novel Day im Haus der Berliner Festspiele

Graphic ­Novel Day im Haus der Berliner Festspiele

Über Comics und Graphic Novels in der Öffentlichkeit zu sprechen, hat in Deutschland noch keine lange Tradition. Doch weil der Markt wächst und die Themen ernster werden, reagiert die Branche. So wird 2014 erneut beim internationalen literatur­festival einen Tag lang über anspruchs­volle Verflechtungen von Bild und Text debattiert. Aufgeteilt ist das vom „Tagesspiegel“-Redakteur Lars von Törne moderierte und teilweise mitgestaltete Programm in vier Segmente. Gleich zwei Panels widmen sich Biografien und Autobiografien. In „Das Leben der anderen“ stellt der Spanier Alfonso Zapico „James Joyce“ (Egmont) vor, einen gelungenen Einstieg ins Schaffen und Leben des berühmten Iren, und David Vandermeulen aus Belgien hat in vier Bänden den Chemie-Nobelpreisträger Fritz Haber porträtiert. Zu ihnen gesellt sich der Berliner Reinhard Kleist, zu dessen Њuvre Biografien von Johnny Cash, Fidel Castro und Elvis Presley zählen. Die Diskussion soll sowohl die „verbindenden Elemente wie auch nationale Eigenheiten heraus­arbeiten“, sagt von Törne.
Judith Vanistendael aus Belgien, der Inder Sarnath Banerjee und Cyril Pedrosa aus Frankreich haben hingegen ihr eigenes Leben in den Mittelpunkt ihrer Werke gestellt. ?Gemeinsam erörtern sie in der Gesprächs­runde „Mein öffentliches Leben“ selbst auf­gestellte Grenzen, den Widerspruch von Realität und Fiktion sowie Rückwirkungen auf die eigene Privatsphäre nach der Publikation.
Ein weiteres Thema ist die Reflexion sozialer, politischer und weltanschaulicher Diskurse im Comic. Berichte von Kriegen und aus Krisengebieten beweisen „das enorme sozialkritische Potenzial der Kunstform„, so von Törne. Die Runde mit der Berlinerin Katharina Greve („Hotel Hades“), Vishwajyoti Ghosh aus Indien und dem Schweizer Andreas Gefe behandelt Möglichkeiten einer Analyse und Kommentierung der Realität. Zuletzt sprechen der Italiener Stefano Ricci und die Rumänin Ileana Surducan über Grenzüberschreitungen und die Übergänge des Mediums zu anderen Kunstformen wie Malerei, Film oder Bildhauerei. Elf Zeichner und Autoren aus neun Ländern an einem Tag. So viel geballte und mit Bildern unterlegte Comic-Theorie aus erster Hand gibt es nur einmal im Jahr.

Text:
Jacek Slaski

Foto: Andreas Gefe/ Edition Moderne

Graphic Novel Day beim internationalen literaturfestival Berlin (ilb), ?Haus der Berliner Festspiele, So 14.9., ab 11 Uhr

VERLOSUNGEN: Falls Sie an den Facebook-Verlosungen teilnehmen wollen, teilen Sie bitte den Aufruf auf Facebook und schreiben anschließend eine Email an [email protected] mit dem Titel der Graphic Novel, die Sie gewinnen möchten sowie ihrer Postadresse.

 

Mehr über Cookies erfahren