Bücher

„Harte Ware“ von Andrea Hahn

Andrea Hahn
Tatsächlich machten im Jahr 2014 Hardcover und Softcover rund 73 Prozent des Gesamt­umsatzes der deutschen Buchbranche aus, Taschenbücher kommen auf lediglich 23 Prozent. In der Belle­tristik erscheinen neue Bücher fast ausschließlich als Hardcover und erst nach rund zwei Jahren in der preiswerteren, knautsch­freundlichen Variante.
Und wer ist schuld? Wir, die ­Presse. Das habe etwas mit Medien­aufmerksamkeit zu tun, heißt es aus Verlagskreisen. Wenn ein literarischer Titel als Paperback erscheine, sinke automatisch die Aufmerksamkeit der Rezensenten.
Die Vorteile eines knackig-harten Einbands liegen ja auf der Hand: schnelles Bügeln unterwegs oder spontanes Ping­pong-Spiel – alles möglich. Auch so ein Herbarium entsteht nicht im „Lustigen ­Taschenbuch“. Und ja, sicher, so ein Regal mit schönen Rücken entzückt tatsächlich.
Dennoch, ein Buch sollte mit auf Reisen gehen, geduldiger Begleiter sein, sich ducken, wenn’s eng wird, und schließlich genauso geschafft aussehen wie sein Leser am Ende einer packenden Geschichte. So schön die Wert­schätzung von Literatur hierzulande auch ist: Eine große Geschichte wird nicht kleiner zwischen weichen Deckeln. Aber sie wird vielleicht mehr Menschen schneller zugänglich. “

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