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„Den Futschi mal mit Cola Light trinken“: Jutta Hartmann über „Juttas Futschi Freizeit“

Text: Ruta Dreyer
Veröffentlicht am: 29.09.2025
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Jutta Hartmann, Bühnenfigur des Berliner Comedians Bob Schneider, gibt ihre erste „Frauenzeitschrift für alle Gender“ heraus: „Juttas Futschi Freizeit“ erscheint am 1. Oktober in Kooperation mit Künstler Martin Miotk und dem tipBerlin. Hartmann präsentiert ihre erste Illustrierte aus „investigativem Kiez-Journalismus, hemmungslosen Promibeichten und absurden Alltagshacks“. Wir haben mit ihr über das Heft und die Geschichten gesprochen – und darüber, wo es den besten Futschi der Stadt gibt.

Jutta Hartmann mit Finger im Mund. Foto: Martin Miotk

tipBerlin Jutta Hartmann, du hast bereits drei Bücher veröffentlicht und gibst nun deine erste Zeitschrift heraus. Steht das im Widerspruch dazu, Eckkneipenrichterin und Wirtin zu sein, oder ist das einfach die moderne Arbeitsteilung?

Jutta Hartmann Es ist eine notwendig gewordene Arbeitsteilung. Die Zeiten sind schlecht, und als Eckkneipenwirtin muss man sehen, dass man sein Geld auch von den Leuten eintreibt, die riesige Deckel angesammelt haben. Das Kneipengericht wurde als eine Nebenstelle der Kneipe erfunden, um an das Geld zu kommen. Auf gerechte Weise natürlich, weil es ein Gericht ist.

Futschi-Freizeit und das Zwischenmenschliche

tipBerlin „Juttas Futschi Freizeit“ ist eine Hommage an das Neuköllner Nationalgetränk Futschi (Longdrink aus Cola und Weinbrand) und zeigt gleichzeitig neue Perspektiven auf, wie man es einsetzen kann. Da du es ausprobiert hast: Was lässt sich mit Futschi am besten enteisen, der Bürgersteig, Autos oder Beziehungen?

Jutta Hartmann (lacht) Ich würde sagen, Beziehungen. Ich bin immer für das Menschliche, und vor allen Dingen das Zwischenmenschliche. Wir wissen, dass nach ein paar Futschi in der Eckkneipe so manche Beziehung gekittet oder neu erfunden oder neu gefunden werden kann.

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In „Juttas Futschi Freizeit“ wird auch Botox gespritzt. Foto: Martin Miotk

tipBerlin Im Heft ist von einer neuen Krampfaderbande in Berlin die Rede. Was ist der beste Trick als Gauner-Granny, um sein Enkelkind auszurauben?

Jutta Hartmann Als Granny dem Enkel sofort ein schlechtes Gewissen machen klappt immer. Welcher Enkel oder Enkelin hat nicht per se ein schlechtes Gewissen, wenn die Oma anruft und du dich wieder nicht gemeldet hast oder die Oma nicht oft genug besucht hast? Erstmal das und dann Geldforderung stellen.

Porsche, Omas und Kneipen-Intelligenz

tipBerlin „Juttas Futschi Freizeit“ erzählt von 80 Huskys, die in die Sahara fliegen, und Omas, die Porscherennen fahren. Was ist deine Lieblingsgeschichte im Heft?

Jutta Hartmann Oh, das ist immer die schwierigste Frage. Ich finde natürlich, dass alle Geschichten, wo Jutta Hartmann die Hauptrolle spielt, schon mal meine Lieblingsgeschichten sind. Mir gefallen auch die Lebenstipps am besten, und da haben wir in der Zeitschrift wirklich viele drin. Es kann sein, dass man im Knast landet, wenn man sie nicht ordnungsgemäß ausführt. Aber ich glaube, in der Regel hilft es, dass man gut durch Neukölln und überhaupt durch dieses doch sehr anstrengende Leben kommt.

tipBerlin Im Heft lernt man „KI-Jutta“ kennen, die erste KI, die Kneipen-Intelligenz hat. Bist du technische Wegweiserin oder altmodisches Urgestein?

Jutta Hartmann Altmodisches Urgestein! Ist ja klar. Aber ich verschließe mich nicht, wie man sieht. Erstmal ist die KI-Jutta eine Comicfigur. Sie ist noch nicht ins reale Leben übergeschwappt, aber genauso wie Jutta Hartmann ja für die Bühne erdacht wurde und plötzlich heute eine reale Figur ist, klappt es wahrscheinlich mit dieser KI-Comic-Jutta auch. Irgendwann werde ich als Zeichentrickfigur die Welt bereisen.

Ausschnitt aus dem Cover von „Juttas Futschi Freizeit“. Foto: Martin Miotk

tipBerlin Vom politischen Manifest „die Zinkregierung“ bis zum „Gender Renten Gap“: Wie politisch ist „Juttas Futschi Freizeit“?

Jutta Hartmann Auf jeden Fall ist es politischer als die Bücher, die ich vorher geschrieben habe. Das liegt vor allen Dingen am Autor der Zeitschrift, Martin Miotk, mit dem ich neue Wege gegangen bin. Die Zeiten fordern ein bisschen schärferes Durchgreifen. Wir haben auch kontroverse Themen aufgegriffen und versucht, die humorvoll zu verpacken. Es ist ein schwarzer Humor, aber Humor muss wehtun, nicht immer, aber oft.

„Ein bisschen mehr mit Futschi relaxen!“

tipBerlin Zu Beginn schreibst du „Die ganze Welt war futschi“. Wie kann sie das wieder werden?

Jutta Hartmann In dem Fall würde ich das Wort Futschi nur auf das Getränk beziehen. Futschi wollen wir die Welt nicht machen, genau im Gegenteil. Wir wollen sie erhalten, vor allen Dingen gut. Wenn man ein bisschen mehr mit Futschi relaxen würde, würde das unter Umständen helfen, zumindest erstmal, um hier bei uns das Zwischenmenschliche zu erleichtern. Ich will nicht sagen, es ist immer Alkohol nötig, man kann ja auch den Futschi mal mit Cola Light trinken.

tipBerlin Zum Schluss noch ein Ausgehtipp: Wo gibt es den besten Futschi der Stadt?

Jutta Hartmann Bei Jutta’s Inn natürlich, in meiner Kneipe! Und wenn man die nicht findet, kann man gerne zu den Bühnenshows kommen. Da wird der Futschi nämlich ausgeschenkt und da kann man auch gleich mal unseren sogenannten Futschini kosten. Ob der für den unbeleckten oder jungfräulichen Magen geeignet ist? Kommt vorbei! In die Futschi Freizeit Show, wo wir die Zeitschrift vorstellen, oder in den Comedybus – oder bei vielen anderen Programmen im BKA Theater, wo ich mit meinen Freunden auftrete.


Juttas Futschi Freizeit: Bestellen und zur Release-Show gehen


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