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Karl Wolfgang Flender

Karl Wolfgang Flender

Die Agentur Mars & Jung lehnt die Instrumentalisierung von Elend strikt ab. Das macht nämlich schlechte Laune. Dann lieber Schauspielerinnen. Die stellen Armut besser dar. Die sind einfach authentischer. Denn Mars & Jung wird von Unternehmen gerufen, denen ihr Image gerade um die Ohren fliegt. Genmais, mies verlaufene Brandrodungen, eine in Flammen stehende Textilfabrik ohne Notausgänge. Dann kommt beispielsweise Thomas Hessel und biegt das marode Image wieder hin. Ohne Skrupel, aber mit guten Getränken zur Hand und Tranquilizer bei Bedarf. „Greenwash Inc.“ – der Debütroman des in Bielefeld geborenen Wahlberliners Karl Wolfgang Flender – erinnert an die Lobbysatire „Thank You for Smoking“, ist aber kaltherziger, präziser. Gegen jede Moral.   

Text: Erik Heier

Foto:
Birte Filmer

Greenwash Inc. von Karl Wolfgang Flender, Dumont, ca. 400 S., 19,99 Euro

Buchpremiere:
Villa Neukölln, Hermannstr. 233, Neukölln, Mi 22.7., 20.30 Uhr, Eintritt: frei

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