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Kristopher Jansma: „Die Flecken des Leoparden oder Wer kann schon aus seiner Haut“

jansma-coverDer so lustige wie tiefsinnige Erstlingsroman „Die Flecken des Leoparden“ des 31-jährigen Kristopher Jansma bekam in den USA viel Lob: Stewart O’Nan fühlte sich an Italo Calvino und Herman Melville erinnert, was kein geringer Vergleich ist. Das Magazin „Booklist“ machte gar „Spuren von Fitzgerald, Hemingway, Capote und Salinger“ aus. Woher die Begeisterung kommt? Offenbar hat der in New York lebende und am Manhattanville College lehrende Debütant mit seiner Geschichte über einen Schriftsteller, der seinen Schreibtisch als Globetrotter überall und nirgends hat, einen Nerv getroffen.

Von Raleigh, North Carolina aus schickt Jansma seinen namenlosen Erzähler (einmal nennt er sich Walter Hartright, wie eine Figur aus einem Roman von Wilkie Collins) nach New York, in den Grand Canyon und weiter nach Sri Lanka, Dubai und schließlich nach Luxemburg. Er sucht die unvollendeten Manuskripte, die er an verschiedenen Orten verloren hat – und teilweise wiederfindet.

Jansma erzählt hier eine Geschichte in Geschichten, vollgestopft mit Doppelgängern, Täuschungen, Lügen und Verwechslungen – das ganze Programm eben, aber stets federleicht präsentiert. Zu den literarischen Spielereien gehört, dass sein Protagonist in Island eine Schreibmaschine benutzt, die kein „d“, „q“, „w“ und „z“ enthält. So produziert er zwangsläufig Unsinn.

Auf der Suche nach seinem abgetauchten Freund Jeffrey Oakes – Verfasser des Buches „Nichts Heiliges“ und eine Mischung aus Thomas Pynchon, Jerome David Salinger und David Foster Wallace, dessen Biografie Jansmas Autor schreiben will – kämpft er in Ghana mit einem Leoparden und trinkt in der isländischen Schriftstellerkolonie Laxness-Hallgrнmsson so manches Gläschen Brennivнn, das „Schwarzer Tod“ genannte Nationalgetränk.

Um das Spiel mit Echtem und Falschem perfekt zu machen, hat Jansma für seine manchmal verwirrten Leser einen Tipp: „Wenn Sie glauben, dass Sie der Autor dieses Buches sind, nehmen Sie Kontakt mit dem Verlag Haslett & Grouse, New York, New York auf.“

Text: Reinhard Helling

tip-Bewertung: Herausragend

Kristopher Jansma: „Die Flecken des Leoparden oder Wer kann schon aus seiner Haut“ aus dem Amerikanischen von Andreas Heckmann, Graf Verlag, 330 Seiten, 19,99 Ђ

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