Erik Heier

„Link-Hygiene“

Wenn Autoren oder Blogger bei Buchtipps auf Amazon verlinken, freut das natürlich die Schriftsteller. Und Amazon. Weniger freut es dagegen zum Beispiel Maria-Christina Piwowarski. Sie ist Buchhändlerin bei Ocelot in Mitte. Der Laden stand vor nicht allzu langer Zeit vor dem Aus, seine Rettung ist eine der wundersamen Geschichten, die die Buchbranche dann doch auch hin und wieder schreibt.

Vor kurzem platzte der Buchhändlerin der Kragen. Weil in ihrem geschäftlichen Bekanntenkreis aus der Literaturszene offenbar die Sitte eingezogen ist, bei Buchtipps nicht etwa auf den Buchladen ihres Vertrauens zu verweisen, oder wenigstens auf die Verlagsseite des Buches –  sondern auf Amazon. Sie, Maria-Christina Piwowarski, habe sich nie am „Amazon-Bashing“ beteiligt. Aber sie fragt sich schon: „Habt Ihr den Schuss nicht gehört? Oder seid ihr einfach abgestumpft?“

Auf Anfrage des Verlags edel & electric hat sie auf deren Webseite ihren Facebook-Rant noch ein wenig präzisiert. „Buchhändler, die sich jammernd vor dem scheinbar übermächtigen Onlinekonzern winden oder wie hypnotisierte Karnickel angesichts der multimedialen Schlange in Schockstarre verfallen, finde ich eher albern. (…) Zeigt doch, wo eure Stärken liegen.“ Ein sehr lesenswertes Stück! (via edelundelectric.de) Ihr Aufruf zu mehr „Verlinkungs-Hygiene“ zeigte jedenfalls prompt Wirkung. Gleich einer der ersten Kommentare kam von einem Schriftsteller, der schuldbewusst Besserung gelobte. Na bitte, es geht doch.

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