Bücher

Literaturfest am Kollwitzplatz

LiteraturwocheDie Literaturwoche Prenzlauer Berg hat klein begonnen, mittlerweile bespielen Sie an einem Tag den ganzen Kollwitzplatz. Sind Sie überrascht von dem anhaltenden Interesse am Buch?
Stimmt, wir haben mit zehn Ständen vor unserem Buchladen angefangen, jetzt gibt es 70. Dazu bekannte Autoren und viele Verlage. Das scheint eine gute Mischung zu sein.

Haben Sie sehr viel verändert in den letzten 15 Jahren?
Nicht unbedingt. Es ändern sich ja auch Sachen um uns herum. Suhrkamp zum Beispiel ist auf einmal ein Verlag aus Prenzlauer Berg, der sich natürlich auch auf einem Berliner
Literaturfest präsentiert. Ich glaube, dass unser Ansatz von damals, dass sich unabhängige Buchhandlungen und Verlage zusammentun und sich in der Öffentlichkeit gemeinsam darstellen, immer noch richtig ist. Und dass es Leute weiterhin interessiert, was wir im Programm haben. Auch wenn es heute natürlich Unterschiede zu den Anfängen gibt.

Welche Unterschiede wären das?
Wir
Buchhändler waren vor 15 Jahren auf eine Art politischer. Heute ist es viel schwieriger, etwas einzufordern von Politik oder Gesellschaft. Aktuell geht es gerade bei den kleinen Buchhandlungen und Verlagen eigentlich nur noch um das Überleben. Das erstickt viel von notwendiger politischer Diskussion. Deshalb ist die Literaturwoche fast schon überlebenswichtig für uns, weil wir unsere Arbeit der Öffentlichkeit
vorstellen können.

Nicht nur Verlage zeigen da an dem Sonntag ihre Sachen, Sie geben auch dem literarischen Nachwuchs eine Chance?
Ja, mit dem Wettbewerb für junge Literaten. In der Jury sitzen immer Verlagslektoren, Literaturagenten und Schriftsteller. Das gibt Jungautoren eine reelle Chance, gelesen
und gedruckt zu werden.

Fragen: Iris Braun
Foto: Literaturort Prenzlauer Berg

Literaturfest im Rahmen der Literaturwoche

Kollwitzplatz, So 3.6., 11–19 Uhr www.literaturortprenzlauerberg.de

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