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„Lulu und das schwarze Quadrat“

Der russische Suprematist Kasimir Malewitsch malt in seinem Atelier das „Schwarze Quadrat“, eben dort vergeht er sich an der betörenden Lulu. Der gehörnte Ehemann stellt das Paar in pikanter Situation und erleidet daraufhin einen Herzschlag. Kunst, Verführung, Mord und die Begegnung mit Jack the Ripper folgen. Ein Bild pro Seite, 133 insgesamt, gehalten in strengem Schwarz, Weiß und Gelb, reichen dem Wiener Zeichner Nicolas Mahler aus, um Frank Wedekinds Lulu-Tragödien „Erdgeist“ (1895) und „Die Büchse der Pandora“ (1902) in ein hochgradig amüsantes Bilderspiel zu übersetzen. Wie schon zuvor, als er Werke von Robert Musil und Thomas Bernhard ­adaptierte, erschafft Mahler aus dem Originalstoff eine neue, visuelle Qualität. In vermeintlich simp­len Cartoons vermengt er Avantgarde und Erotik, Groteske und Leidenschaft und macht Lust, die Stücke des großen Dramatikers auf der Bühne zu erleben.  

Text: Jacek Slaski

Lulu und das schwarze Quadrat von Nicolas Mahler, nach Frank Wedekind, ­Suhrkamp, 140 S., 12 Euro

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