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Lutz Seiler über „Die dunkle Seite des Mondes“

Lutz Seiler über

„Wo hat der Junge das nur her?“, fragte meine Großmutter öfter, und zwar meine Mutter, die es auch nicht wusste. Sobald das Nachdenken über die eigene Herkunft beginnt, setzt eine Suche nach Ausgangsgrößen ein. Die Geschichte des frühen Hörens, Lesens und Schreibens ist geprägt von Situationen, dem Erlebnis der ersten Begegnung, Ankerstellen, auf die das Schreiben ein Leben lang zurückkommen kann. Drei dieser Ankerstellen sollen zur Sprache kommen: Trakl, George und Pink Floyd – weniger im poetologischen Sinne, mehr als Erzählung vom Hören und Lesen. Lesegeschichte als Lebensgeschichte.
 
Lutz Seiler
, Autor von Gedichten, Erzählungen und poetologischen Aufsätzen, lebt in Stockholm und Wilhelmshorst im Haus von Peter Huchel, mit dessen Werk er sich verbunden fühlt. Erschienen sind in den letzten 15 Jahren zahlreiche preisgekrönte Lyrikbände u.a. „pech und blende“ (2000), „vierzig kilometer nacht“ (2003) und „im felderlatein“ (2010); für die Erzählung „Turksib“ erhielt er 2008 den Ingeborg-Bachmann-Preis; 2014 erschienen verstreut publizierte literarische Aufsätze unter dem Titel „Sonntags dachte ich an Gott“ und der Roman „Kruso“, der mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde. 2015 wird ihm der Marie-Luise-Kaschnitz-Preis verliehen.

Lothar Müller, Literaturwissenschaftler, Feuilletonredakteur der Süddeutschen Zeitung, Honorarprofessor an der Humboldt-Universität; 2012 erschien sein Buch „Weisse Magie. Die Epoche des Papiers“.

HU Berlin Dorotheenstr. 24, Hörsaal 1.101, Do 29.1., 19.00

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