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„Manifest der vielen. Deutschland erfindet sich neu“

Mely KiyakLange nichts zum Thema Thilo Sarrazin gehört. Okay, kleiner Scherz. Jedenfalls versammelt ein neues, von der Schriftstellerin und Journalistin Hilal Sezgin herausgegebenes Buch 30 prominente Autoren mit meist nichtdeutschen Vorfahren. Die setzen den oft islamkritischen Stereotypen von „Deutschland schafft sich ab“ ihre Ideen von deutscher Identität, Heimat und Fremde, Muslim- oder Nicht-Muslim-Sein entgegen. Nimm das, Thilo! Darunter sind der Filmregisseur Neco Celik, in seiner Jugend Gangmitglied bei den 36 Boys, die Kolumnistin der Berliner Zeitung Mely Kiyak (Foto) und der Schriftsteller Feridun Zaimoglu. Eine vielstimmige, vielschichtige, meist klare Kante. Geschmackssache freilich, ob man dafür, wie Christoph Peters in seinem „Geleitwort“, jede rhetorische Mottenkiste lüften muss. Ihm zufolge können es die „Hetztiraden“ in Meinungsforen „locker mit den übelsten Pamphleten nationalsozialistischen Schrifttums aufnehmen“ (mit „Moslem“ statt „Jude“). Hm. Wir halten uns lieber an das titelgebende, abschließende und vershafte „Manifest der Vielen“. Etwa das: „Zusammensetzen ist besser als Auseinandersetzen“.

Text: Erik Heier

Foto: Dan Zoubek

Hilal Szegin (HRSG.): „Manifest der vielen. Deutschland erfindet sich neu“ Blumenbar, 224 Seiten, 12,90?Ђ

Buchpremiere
Maxim-Gorki-Theater, Am Festungsgraben 2, Mitte, Do 24.2., 19.30 Uhr

 

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