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Marion Brasch: „Ab jetzt ist Ruhe“

Marion_BraschMarion Brasch wurde 1961 in Berlin geboren, wuchs in der DDR auf, wurde von Arafat geküsst, als sie jung und mit lendenlangen Haaren eine Rede auf ihn hielt, ging nach der Wende zum Radio, legte Platten auf. Ein Buch zu schreiben – kein Gedanke. Jetzt hat sie es doch getan, „für meine Tochter“. Es ist die Geschichte der Familie, die sie nicht losließ. Die der Eltern, jüdische Flüchtlinge, die sich im Londoner Exil kennenlernen, die DDR mitaufbauen. Die des Vaters Horst Brasch, Mitbegründer der FDJ, später stellvertretender DDR-Kulturminister. Nicht zuletzt ist es die Geschichte der drei Brüder. Bekannte Künstler, die – Drogen sind im Spiel – zu früh sterben. Rebellischer Außenseiter vor allem der eine, Thomas, der sich trotz Unterredung bei Honecker nicht umbiegen lässt, 1976 mit Freundin Katharina Thalbach ausgebürgert wird und im unheimischen Westen als Schriftsteller und Regisseur sein Talent entfaltet. Das Ende einer komplexen, widerspruchsvollen Familie – Marion Brasch hat daraus keine Autobiografie gemacht, sondern einen Roman. Einen jedoch, der seltsamerweise keine Namen nennt, daher Personenvorwissen erzwingt: lesenswert – aber nur aufgrund der Faktendichte.    

Text: Andreas Burkhardt
Foto: BerlinerZeitung/Markus Wächter

Marion Brasch: Ab jetzt ist Ruhe“
S. Fischer, 398 Seiten, 19,99 Ђ


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