Bücher

„Metrolit“ von Erik Heier

„Verlage zum Anfassen“ heißt eine Veranstaltungsreihe der  Pankower Buchhandlung Buchlokal. Bei Redaktionsschluss war für diesen Donnerstag, 19.11., ab 20 Uhr Peter Graf angekündigt, der durch die „junge Verlagsgeschichte“ seines Metrolit-Verlages führen sollte. Dazu eine Präsentation von Jakob Hinrichs Graphic-Novel-Adaption von Falladas „Der Trinker“. Es dürfte keine fröhliche Veranstaltung werden. Die Metrolit-Gesellschafter – neben Verlagsleiter Graf und Anais Walde auch der Aufbau-Verlagseigentümer Matthias Koch – schicken Metrolit in eine so genannte „Kreativpause“. Ein Frühjahrsprogramm wird es nicht mehr geben. Graf verlässt das Haus, „auf eigenen Wunsch“, wie es ja auch immer so schön heißt. Im Nachhinein liest sich ein Satz, den Koch im August bei einem Interview über Metrolit sagte, wie eine Vorwarnung:  Es sei „klar, dass man auch dort das gleiche Ziel (wie beim Aufbau Verlag, Anm. d. Red.) erreichen muss: einen Überschuss zu erwirtschaften“. Davon war das kleine Metrolit-Team, das tolle Bücher rausbrachte („Nachtleben“, zuletzt „Karlheinz“), aber mit Haffners „Blutsbrüder“ nur einen Hit hatte, wohl zu weit entfernt. Die „Kreativpause“ mit offenem Ende bei dem ambitioniert gestarteten Verlag nach nur drei Jahren sieht sehr nach einer Panikreaktion in der Aufbau-Gruppe aus. Ein Buch ist noch für Januar angekündigt: eine Geschichte der Hausbesetzung von Barbara und Kai Sichtermann. Hoffentlich bringt irgendjemand „Das ist unser Haus“ raus. Könnte ja ein Hit werden.

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