Bücher

„Mit sozialistischem Grusz“ vom Dirk Laucke

Bitterfeld, 2002. Phillip Odetski hört seinen Vater, die Mutter ist längst im Westen, auf die alte Erika-Schreibmaschine einhämmern, das „ß“ ist im Eimer. Der Vater schreibt an Margot Honecker, die Ex-DDR-Bildungs­ministerin, nach Chile, „mit sozialistischem Grusz“ bei ihr Rat suchend. Wegen seines Sohns, des Sich-selbst-im-Weg-Stehers. Ist Vater verrückt geworden? Der Debütroman des Dramatikers Dirk Laucke, Jahrgang 1982, der aus Halle kommt, in Berlin lebt, ist quasi ein szenischer 200-Seiten-Monolog über eine Sohn-Vater-Beziehung. Über Strauchelnde inmitten nicht aufblühen wollender Landschaften, Underdogs mit Mobiltelefonen, wo nie viel Guthaben auf der Karte ist, nie im Leben.   

Text: Erik Heier

Mit sozialistischem Grusz
von Dirk Laucke, rororo, 208 S., 10,99 Euro

Mehr über Cookies erfahren