Bücher

„Mitgeschrieben“ von Michael Rutschky

Tagebücher lassen den Leser an den Banalitäten des Lebens teilhaben. Mit den Aufzeichnungen, in denen der Berliner Essayist Michael Rutschky Anfang der 80er Jahre seinen Alltag festgehalten hat, setzt er sein Projekt fort, die „Sensationen des Gewöhnlichen“ zu beobachten. Dass er das leicht misanthropisch tut, könnte daran liegen, dass ihm die Münchner Literaturszene und der Job als Redakteur bei Hans Magnus Enzensbergers kurzlebiger Zeitschrift „Transatlantik“ wenig Spaß machen. Umso mehr Spaß macht es, zu lesen, wie der junge, noch gänzlich unbekannte, mit Rutschky und dessen Frau befreundete Rainald Goetz durch diese Tagebuchaufzeichnungen geistert – ein aufgeregter junger Mann, der sich mit Enzensberger streitet und noch nicht weiß, ob er Arzt oder Punk oder vielleicht doch Schriftsteller oder alles zusammen werden soll.   

Text: Peter Laudenbach

Mitgeschrieben Michael Rutschky, Berenberg Verlag, 428 Seiten, 25 Euro

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