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„Moby Dick“ von Jouvray & Alary

Herman Melvilles „Moby Dick“ gehört, neben „Robinson Crusoe“ und „Die Schatzinsel“, zu jenen Abenteuerromanen, die ihren Ruhm eher den zahllosen Film- und Jugendbuchadaptionen verdanken als der Originallektüre. So kennt man Ismael, den Erzähler, der in jungen Jahren auf einem Walfänger anheuert und erkennen lernt, dass die wahre Bedrohung nicht das vermeintliche Meeresmonster ist, der weiße Pottwal Moby Dick, sondern die wahnsinnige Rachgier des Captain Ahab, den Moby Dick verkrüppelt hat. Leider gelingt es der Graphic Novel des Duos Jouvray und Alary auf gut hundert Seiten, den Plot nur gerafft zu transportieren. Die Formexperimente der Vorlage (Zitate, Essays, Bühnen-Dialoge) bleiben auf der Strecke. Auch die sepia-monochromen Illustrationen können mit dem kraftvollen Untergangs-Aquarell des Covers längst nicht mithalten. Trotzdem ein schönes Weihnachtsgeschenk und ein kurzweiliger Vorgeschmack auf einen der größten Romane der Weltliteratur.   

Text: Stefan Hochgesand

Moby Dick von Jouvray & Alary, ?nach Herman Melville, ?Splitter Verlag, 124 S., 19,80 Euro

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