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„Nichts als ein Garten“ von Anne Kanis

Eine Sängerin in den Nullerjahren in Berlin: Das Geld ist knapp, also jobbt sie in einer Kantine, wo sie Arme und Gescheiterte bedient und sich bemüht, sich nicht in einen dieser vermeintlichen Loser zu verlieben. In Rückblenden erzählt die junge Künstlerin von ihrer Kindheit in Ost-Berlin. Das sind starke Momente in dem poetischen Debütroman der Schauspielerin Anne Kanis, der oft eine einzige kunstvolle Wortschöpfung reicht, um zu umschreiben, wofür andere ganze Absätze benötigten. Die Sängerin wartet auf ihren Durchbruch und leidet am Kapitalismus. Leider schlägt Kanis zuweilen mit der moralischen Keule um sich: Ost versus West, arm versus reich, gut versus böse – als wenn die Welt so einfach wäre.   


Text:
Cornelia Wolter

Nichts als ein Garten
von Anne Kanis, Metrolit, 208 S., 20 Euro

BUCHPREMIERE:
Kulturbrauerei/Palais, Schönhauser Allee 36, Prenzlauer Berg, Do 3.9., 20 Uhr, Eintritt 12,85 Euro

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