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„Ohrfeige“ von Abbas Khider

Nach mehr als drei Jahren sinnlosen Wartens hat Karim Mensy die Nase voll. Er verpasst seiner Sachbearbeiterin in der Ausländerbehörde Niederhofen eine Ohrfeige, damit sie ihm ein einziges Mal zuhören möge, bevor er sich erneut in die Hände dubioser Schmuggler begeben wird. Es folgt der schonungslose Erfahrungsbericht eines Asylsuchenden, der mit dem Leben davongekommen, aber zwischen die Zahnräder der europäischen Einwanderungsbürokratie geraten ist. Der in Berlin lebende Schriftsteller Abbas Khider, selbst 1996 aus dem Irak geflohen, schildert vor dem Hintergrund des zweiten Golfkriegs eindrucksvoll das entwürdigende Dasein, in dem sich Flüchtlinge hierzulande wiederfinden.    

Text: Thomas Hummitzsch

Ohrfeige von Abbas Khider, Hanser Verlag, 224 Seiten, 19,90 Euro

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