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Philip K. Dick: Sämtliche 118 SF-Geschichten in 5 Bänden

Philip K. Dick CoverZu Lebzeiten weitestgehend ignoriert, posthum gefeiert: der 1982
verstorbene, mittellose, amphetamin- und alkoholabhängige, aber vor allem visionäre Philip K. Dick.

Nach der 2002 gestarteten, 15-bändigen, 15-farbigen Heyne-Invasion seiner Kurzgeschichten (u.a. „Variante Zwei“) und Romane („Der Dunkle Schirm“) zieht Haffmans Verlag (der in den Neunzigern schon Dick verlegte) jetzt bei Zweitausendeins nach – Sämtliche 118 SF-Geschichten in 5 Bänden, von 1947 bis 1981.

Die zeitliche Spannbreite verdeutlicht die Wesensveränderungen des
Schriftstellers. Denn im Gegensatz zu den zwei anderen bedeutenden Sci-Fi-Autoren des 20. Jahrhunderts, dem Humanisten Ray Bradbury sowie dem Fortschrittsskeptiker J.G. Ballard, dokumentieren PKDs Werke vor allem eigene Verfassungen – von der Neurose bis zur Vollparanoia. Es ist vielleicht kein Zufall, dass Dick seine grausamsten Geschichten, in denen die Abhängigkeit des Menschen von einer höheren Kraft im Vordergrund steht, vor seinem eigenen Ende veröffentlichte: „Eine außerirdische Intelligenz“, in der ein Astronaut während seines jahrelangen Flugs seinen einzigen Begleiter, einen Kater, umbringt, und vom Bordcomputer deshalb nur noch Katzenfutter als Proviant erhält; sowie „Ich hoffe, ich komme bald an“ – wieder über einen Bordcomputer, der diesmal verzweifelt versucht, einen versehentlich nicht in den Tiefschlaf versetzten, aber bewegungsunfähigen Raumfahrer über Ewigkeiten bei Laune zu halten. Es war ja auch Dick, der stets glaubte, nicht Herr seiner Lage zu sein.

Der fünfbändigen Box beigefügt ist der „Philip K. Dick Companion“, mit Selbstporträts und Begleittexten, sowie der irre Robert-Crumb-Comic „Die
religiöse Erleuchtung des Philip K. Dick“, die den Schaffenstrieb des Schriftstellers ab 1974 erhellen sollte: „War es der Ausbruch akuter Schizophrenie oder echte mystische Erleuchtung?“. Es ist eigentlich völlig
egal, denn Dick war großartig.

Philip K. Dick Sämtliche 118 SF-Geschichten in 5 Bänden, Haffmanns
Verlag bei Zweitausendeins, aus dem Amerikanischen von Bela Wohl, Thomas Mohr, Clara Drechsler, Harry Rowohlt, Klaus Timmermann u.a., 49,90 Euro

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