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„Rent a ?Rentner“ von Erik Heier


Im Internet kursiert ein Cartoon, da zeigt ein Vater seinem kleinen Sohn eine Floppy Disk: „Schon mal gesehen?“ Und der Sohn sagt: „Wow, cool. Du hast ein 3-D-Modell von einem ‚Speichern‘-Icon gemacht.“ Auf dem T-Shirt des Vaters steht eine 42. Ich habe gerade sozusagen das Gegenteil dieses Witzes auf den Tisch bekommen. Wie jedes Jahr: das „Web-Adress-Buch für Deutschland 2016“. Das ist etwa so, als würde man im Internet die Suchmaschine seines Vertrauens anklicken und ausdrucken. „Die 5.000 besten Seiten aus dem Internet“. Seit 2014 wird der „Brockhaus“ nicht mehr verlegt. Die „Encyclopaedia Britannica“ gibt es nur noch online. Das „Web-Adress-Buch“ aber erscheint mittlerweile in der 19. Auflage. Es ist gewissermaßen die Rache des Buchs am Internet. Die Pressedamen, die dieses seltsame Produkt betreuen, sind ausgesprochen rührig, emsig und willens, ihr Telefon nicht einfach ungenutzt herumstehen zu lassen. Neulich hatten sie mich so weit. Und ich weiß nun, dass es ein Modeportal für Mollige gibt (www.incurvy.de), eine Seite mit Flaschenmodellen für Getränke und Marmeladen (www.flaschenland.de) und ein Portal, dass einem einen lebenserfahrenen Helfer bei der Steuererklärung oder der Gartenarbeit vermittelt (www.rentarentner.de). Ich möchte es mal so formulieren: Es gibt Romane, da habe ich deutlich weniger gelernt. Schöne Grüße noch an die Pressedamen. Mit der 20. Auflage eilt es dann aber wirklich nicht so. Danke.

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