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Rezension: „Voodoo im Strafraum“

Am Anstoßpunkt verbuddelte Hühnerfedern, obendrein unter Kunstrasen. Übel müffelnde Tierteile in der Gegnerkabine. Nach Fisch stinkende Torpfosten. Spieler, die sich in der Nacht vor einem Match in einen Sarg legen und zweimal „Tor“ rufen. Zauberfußball, Fußballzauber.

Nicht eben selten ist in Afrika, vor allem südlich der Sahara, nicht das Publikum der zwölfte Mann, sondern der „witch doctor“, „juju man“ oder „Sangoma“ („Doktor zum Wahrsagen“). Fifa-Gelder werden gern für magischen Beistand ausgegeben. Und Trainer oder Spieler, die gegen diese Rituale aufbegehren, finden sich schnell mal am Ende ihrer beruflichen Karriere wieder.
Tradition und Aberglaube sind allgegenwärtiger in Afrika, als man ahnen mag, wie der Filmemacher Oliver G. Becker faszinierend belegt. Er sprach mit zahllosen Fußballkennern des schwarzen Kontinents, besuchte viele Wunderheiler. Allein die oft seitenlangen, geradezug filmischen Beschreibungen ihrer Arbeitsplätze sind schlichtweg phänomenal.     

Text: Erik Heier

tip-Bewertung: Herausragend

Oliver G. Becker „Voodoo im Strafraum. Fußball und Magie in Afrika“, C.H. Beck, 198 Seiten, 9,95 Ђ

 

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