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Richard Yates: „Ruhestörung“

Großes US-Kaliber und ein New-York-Flair der etwas anderen Art: Richard Yates dritter Roman „Ruhestörung“, der im amerikanischen Original bereits 1975 erschien, ist erst jetzt auch auf Deutsch veröffentlicht wurden. Er verstömt aber auch heute noch, 35 Jahre später, geradezu zeitloses Erschrecken.

Es ist die Geschichte eines Alkoholikers, der weiß, welcher Dämon in ihm haust und mehr und mehr Besitz von ihm ergreift. Deshalb warnt er seine Familie: Es sei sicherer für sie, er käme nicht nach Hause. Doch das ist nur ein kurzer lichter Augenblick. Den Weg der Selbstzerstörung kann John Wilder, Säufer, Choleriker, Aufreißer und in vielen Details ein Spiegelbild des Autors, nicht mehr verlassen. Der Absturz ist vorprogrammiert. Auch Klinikaufenthalte und Wochenenden in der Klappsmühle werden ihn nicht retten. Ebenso wenig die Sitzungen auf der Therapiecouch.
Großer Erfolg war den Büchern von Yates, der sich tatsächlich zu Tode soff und 1992 starb, zu Lebzeiten nicht beschieden. Das ist inzwischen anders. Zum späten Ruhm des Autors trug vor allem 2007 die Verfilmung „Zeiten des Aufruhrs“ mit Kate Winslet und Leonardo DiCaprio bei.    

Text: Andreas Burkhardt

(tip-Bewertung: Herausragend)

Richard Yates „Ruhestörung“, aus dem Amerikanischen von Anette Grube, DVA, 315 Seiten, 19,95 Ђ

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