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„Rozsika“ von Avitall Gerstetter

Als Shimon Peres, damals der Präsident Israels, 2010 vor dem Bundestag sprach, mahnte er an, dass die Stimmen der Holocaust-Überlebenden leiser werden. „Mich hat daraufhin sehr beschäftigt, wie man junge Menschen für dieses Thema interessieren kann, ohne ihnen ein Gefühl von eigener Schuld zu vermitteln“, sagt Avitall Gerstetter. Die Berliner Kantorin und Musikerin kam auf die Idee, ?einen Comic zu machen. „Als Kind interessierte mich nur ‚Asterix & Obelix‘, doch als ich für mein Projekt recherchiert habe, entdeckte ich, dass sich Comics häufig mit ernsthaften Themen befassen, das wusste ich vorher nicht“. Gemeinsam mit dem Zeichner Tobi Dahmen und dem Autor Jens R.Nielsen entstand „Rozsika“, eine Graphic Novel, für die das Leben ihrer Großtante, der Illustratorin Inbal Leitner, die in Auschwitz ermordet wurde, als Vorlage diente. Gerstetter will eine Geschichte erzählen und zugleich aufklären: „Es geht darum, die Schrecken zu zeigen. Aber auch um die Frage, was wäre aus den Menschen geworden, hätte es dieses Verbrechen nicht gegeben“. Der Comic, der auch in Schulen verwendet werden soll, erscheint zum 9. November, dem Gedenktag des Novemberpogroms von 1938, und wird an dem Tag der Zeitung „Die Welt“ beigelegt.

Text: Jacek Slaski

Foto:
Tobi Dahmen & Jens Rasmus Nielsen

Rozsika von Avitall Gerstetter, Tobi Dahmen und Jens R. Nielsen.? Der Comic wird am 9. November der Tageszeitung „Die Welt“ beigelegt.

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