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Rückkehr der Untoten

Während Brad Pitt zurzeit in Babelsberg für Tarantinos „Inglorious Bastards“ vor der Kamera steht und die Boulevardpresse Brangelinas Wannseevilla bestaunt, geschieht das eigentlich Aufregende in Pitts Berufsleben woanders: Dessen Produktionsfirma bereitet in den USA zurzeit die Verfilmung von Max Brooks Oral-History-Roman „World War Z“ vor. Es ist ein herausragendes Werk neuer Horrorliteratur, das fiktive Berichte Überlebender der Zombie-Epidemie 2010 versammelt, die beinahe die Menschheit ausgelöscht hätte.


Mehr als ein apokylptisches Gemetzel, entwirft das Buch auch ein reizendes Planspiel: Wie stark können zerstrittene Gemeinschaften im Krisenfall zusammenhalten, über Religionen, Ethnien, Wirtschafts- und Politiksysteme hinweg?

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Pitt übernimmt die Hauptrolle, als Regisseur wird dessen Freund David Fincher gehandelt. Wem da noch nicht das Wasser im Mund zusammenläuft, sei bis zum Film auf die Hörbuchadaption verwiesen. Diese ist noch nicht in deutscher Übersetzung erschienen – zum Glück, da der hierzulande für Brooks zuständige Heyne-Verlag schon Brooks Erstling, den „Zombie Survival Guide“, als Ironie missverstanden und als Taschenbuch mit Zipfelmützengeisterchen auf dem Cover völlig falsch beworben hat.

„It goes by many names: „The Crisis. The Dark Years. The Walking Plague“. So stimmungsvoll beginnt die Chronik, für das der auch hier als Interviewer agierende Max Brooks hochkarätige Sprecher versammelt: Unter anderem Henry Rollins, John Turturro, Rob und Carl Reiner sowie Mark „Luke Skywalker“ Hamill. Sparsame Soundeffekte und Musik, und natürlich ohne Untoten-Gestöhne oder anderlei Hokuspokus. Erzählungen nüchtern wie Nachrichten. Es geht nicht härter.

World War Z: An Oral History of the Zombie War, Max Brooks, Random House Audio, gekürzte Fassung, ca. 13 Euro (Import)


 

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