Gesamtkunstwerk

Rummelsnuff: Das Buch

Muskelmassen: Rummelsnuff ist Musiker, Türsteher, Kraftprotz. Seine Autobiografie hat jetzt in der Berghain-Kantine Buchpremiere. Das wird prall

Rummelsnuff DAS BUCH

Ein Mann wie ein Baum. Und dann auch noch mit Ast. Bei Rummelsnuff ist jetzt alles im grünen Bereich. Seine Fans nennen ihn den Käptn. Er selbst sich auch. Jedenfalls in „Rummelsnuff. Das Buch“, in dem Roger Paptist, so lautet sein bürgerlicher Name, von sich und seinem erstaunlichen Werdegang in der dritten Person schreibt: Kraftsportler, Berghain-Türsteher, EMB-Musiker, Electroshanty- und Arbeiterlieder-Barde, Gesamtkunstwerk. „Die Geburt des Rummelsnuff ist eine Wasserentbindung, er entsteht aus dem spärlich gefüllten Becken des Brunnens am Strausberger Platz in Berlin inmitten stalinistischer Klassizismusbauten.“ So beginnt zwar nicht sein Leben – tatsächlich kam er im DDR-Bezirk Dresden zur Welt –, aber sein erstes Video. Und auch das Buch, natürlich. Er wächst in Großenhain und Köpenick auf. Sein Vater hat eine Band, seine Mutter tourt mit Schlagerstar Frank Schöbel, die Unterhaltungskanone Helga Hahnemann kommt oft vorbei. Schon im Kindergarten ist er Fan von Gojko Mitić, dem DDR-Oberindianer, der seine breite nackte Brust trägt wie eine Prachtuniform. Er taucht in den DDR-Musik-­Underground ein, kriegt Vorladungen bei der Kripo. Derweil wachsen im Kraftraum die Muskeln, die DDR vergeht. Und Rummelsnuff betritt die Bühnen mit aller Kraft, Pump sei Dank, die erste Platte heißt „Halt durch!“  (2008). Für das Buch öffnet er auch seine Fotoarchive. Jede Menge Muskelmassen.

Rummelsnuff. Das Buch Neues Leben, 192 S., 19,99 €

Buchpremiere: Berghain-Kantine, Am Wriezener Bahnhof, Friedrichshain, Di 28.3., 20 Uhr, Eintritt 6, erm. 4 €

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