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Russland verbietet Art Spiegelmans „Maus“

Russland verbietet Art Spiegelmans

Erst im Dezember letzten Jahres hat Russland nationalsozialistische Symbole per Gesetz verboten. Seitdem wurden etwa Spielzeugläden und Antiquitätengeschäfte nach hakenkreuzähnlichen Symboliken durchkämmt. Jetzt hat die russische Regierung zusätzlich speziell das Hakenkreuz in Moskau verboten. Anlass ist die Feier des 70. „Tag des Sieges“ über Nazi-Deutschland am 9. Mai. Die Stadtverwaltung Moskaus hat diesbezüglich auch Kontrollgänge angekündigt. Die Moskauer Buchhändler haben vorsorglich den berühmten Comic „Maus“ aus ihren Regalen sortiert. Erfinder und Autor der Maus, Art Spiegelman, nannte das eine Schande. In seinem Werk, erstmals 1986 erschienen, erzählt er das Schicksal seiner jüdisch-polnischen Eltern, die zwei Konzentrationslager überlebt hatten. Alle Figuren sind dabei als Tiere dargestellt – Juden als Mäuse, Deutsche als Katzen, usw. Dass Spiegelmans Comic also alles andere als nationalsozialistisch ist, versteht sich von selbst. Das Gesetz vom Dezember und die Moskau-Verordnung zielen wohl auch kaum auf den Comic ab. Ein Putin-Sprecher sagte dazu, dass er zwar keine eindeutige Meinung dazu habe, aber „es ist klar, dass sich alles im Rahmen halten muss“. Die Angst der Moskauer Buchhändler vor möglichen Bestrafungen hält sich offensichtlich nicht im Rahmen.  Wird wohl seinen Grund haben.“

Text: Juliane Fiegler

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