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Saпd Sayrafiezadeh: „Eis essen mit Che“

„Meine Freunde sagen mir immer, ich sei dem Aussehen nach irgendwo zwischen Italiener und Grieche angesiedelt, aber letztlich ist es egal, wie ich aussehe – mit meinem Namen stecke ich unweigerlich in einer Welt nahöstlicher Stereotypen fest.“
Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt Saпd Sayrafiezadeh, 1968 in Brooklyn geborener Sohn einer jüdisch-amerikanischen Mutter und eines Exil-Iraners, in seinem autobiografischen Debüt. Im Mittelpunkt steht die Abwesenheit des Vaters Mahmoud, der die Familie und seine Professur für Mathematik vernachlässigt, um als Berufsrevolutionär den Sozialismus nach Amerika zu bringen. Währendessen kümmert sich Martha, eine Möchtegern-Schriftstellerin, um das jüngste der drei Kinder. So wächst der Junge unter den Augen von Che und Fidel auf, die ihn von Plakaten in der Küche anschauen. Die lose verbundenen Episoden berühren durch stillen Humor, mit dem der Autor seine unglückliche Kindheit bannt.     

Text: Reinhard Helling

(tip-Bewertung: Herausragend)

Saпd Sayrafiezadeh „Eis essen mit Che“, aus dem Amerikanischen von Bettina Abarbanell, Aufbau, 267 Seiten, 19,95 Ђ

 

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