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„Schimpfsitte“ von Erik Heier


Wenn man sich vermutlich die in die Tastatur gebrüllten Hasstiraden von entschieden zu vielen Missnutzern sozialer Netzwerke durchliest, hat man ja das Gefühl: Wenn der Herr dann doch irgendwann mal Hirn vom Himmel regnen ließe, würden da einige extra noch ihre Regenschirme aufspannen. Wie der Fernsehkritiker Oliver Kalkofe in einem Interview über die zusehends verrotteten Netzsitten auf Facebook mutmaßte, reicht es wahrscheinlich aus, „Guten Morgen“ zu posten und trotzdem Antworten б la „Du Arschloch, ich habe Nachtschicht gehabt und muss jetzt ins Bett“ zu kriegen. Was haben die Leute mit ihrem Hass gemacht, bevor es das Internet gab? Vielleicht haben sie Leserbriefe geschrieben, vielleicht ihren Hund getreten. Aber man soll ja die Hoffnung nie aufgeben. Deshalb möchte ich an dieser Stelle zwei Veranstaltungshinweise zu einem Thema mitteilen, das ja besonders die Trolls in Wallung versetzt: Islamismus. Am 8. Dezember liest der Psychologe Ahmad Mansour im Heimathafen Neukölln aus seinem Buch „Generation Allah“ über neue Wege, Jugendliche vor islamistischer Radikalisierung zu bewahren. Tags darauf ist taz-Journalist Daniel Bax mit „Angst ums Abendland – Warum wir uns nicht vor Muslimen, sondern vor den Islamfeinden fürchten sollten“ im Gorki-Theater. Bei diesen Lesungen könnte man etwa üben, verschiedene Standpunkte einfach mal auszuhalten. Wäre ja ein Anfang.“

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