Bücher

„Schlosslob“ von Erik Heier

Erik Heier

Das größte Bücherregal der Stadt steht natürlich auf der Schlossinsel: Franco Stellas Ostflügel des gerade richtfest gemachten Humboldt-Forums. Es beeindruckt zutiefst mit seiner Anmut einer Ikea-Installation. Das XXXL-Regal wird uns fortan auf Jahrzehnte an die Außenstelle der Zentral- und Landesbibliothek gemahnen. Die sollte im Schloss-Neubau einziehen, bevor den Regierenden Bürgermeister ein Stimmungsumschwung befiel. Der erste literarische Lobgesang für den Staatsbau ist auch schon eingetroffen. „Das Gebäude war eine Sensation. Nicht in ihren kühnsten Träumen hätte sich Katja vorstellen können, welche alte, neue Pracht in Berlin entstehen würde.“ So schreibt Gerd Henrich in seinem Debütroman „Gift der Republik“ (Pro-Talk Verlag). Er guckt als Chef der Humboldt-Box ja quasi rund um die Uhr auf den Rohbau. Der muss es also wissen. Nicht in den kühnsten Träumen hätten wir uns auch seinen wendungsreichen Plot vorstellen können. Mit dabei unter anderem: Erich Honecker, die Stasi, ein geheimes DDR-Todesserum, mafiöse Russen, Agenten, die Wissenschaftlertochter Katja, ein arabischer Wirtschaftsboss mit Kalifatsfantasien und die (natürlich!) pünktliche Eröffnung des Humboldt-Forums im Jahr 2019. Pro verkauftem Buch geht ein Euro an den Schloss-Förderverein – für die Fassade. Eine großartige Finanzierungsidee! Der Verein braucht übrigens noch rund 55 Millionen Euro.

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