Bücher

„Schrotthitlern“ von Stefan Hochgesand

Vielleicht ist das im Münchener Hugendubel öfter passiert: dass nach Weihnachten massig frustrierte Beschenkte an den Umtauschkassen standen und sagten: „Ich habe diese beknackte Bratpfanne geschenkt bekommen und hätte so viel lieber dieses Bastei-Lübbe-Buch hier.“ Jedenfalls hatte Hugendubel in drei bayerischen Filialen vom 28. bis zum 30. Dezember so einen Automaten installiert, in den man seine Bratpfanne (wie auf einem der offiziellen Promo-Bilder zu sehen war) einwerfen konnte, um daraufhin mit einem Bastei-Lübbe-Buch beschenkt zu werden. Ein bisschen Glück musste man dann aber doch haben – je nachdem bekam man nämlich „Die kleine Spinne Widerlich“ oder „Das Lächeln der Fortuna“.
Warum gab es so einen Automaten in Berlin bloß nicht? Sind unsere Bratpfannen zu schrottig fürs Schrottwichteln? Vielleicht haben die Münchner aber auch einfach mehr Erfahrung mit einem Buch, das man am liebsten in die Tonne treten möchte, um dafür ein Bastei-Lübbe-Buch zu bekommen: „Hummeln im Herzen“ statt Heil Hitler. Die Rede ist von „Mein Kampf“, dem Weltbestseller, der in Landsberg, unweit von München, entstand. Ab Januar 2016 darf man das Buch in Deutschland vermarkten, auch wenn viele das schmuddelig finden – Amazon offenbar sogar so sehr, dass sie die Einnahmen am Buch für einen guten Zweck spenden. Gespendet werden übrigens auch die Bratpfannen und anderen weggewichtelten Geschenke aus dem Automaten. Hoffentlich sind die alle heil.“

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