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„Sie nennen es Nichtstun“ von Alexander Posch

Sie nennen es Nichtstun

Natürlich ist das Leben am Stadtrand – ob in Berlin, Hamburg oder München – anders als mittendrin: ruhiger sicherlich, aber auch irgendwie seltsamer, skurriler, trauriger. Am Beispiel von Rahlstedt im Osten der Hansestadt verdeutlicht Literaturaktivist Alexander Posch, dass im Vorort ein ganz anderer Film läuft. Besonders dann, wenn man als moderner Hausmann drei Kinder betreut, deren Mutter das Geld ranschafft, und nebenbei noch intellektuelle Ziele verfolgt. Da kommen zwischen dem Basteln von Kastanienfiguren und dem Schnack mit dem Nachbarn, der an der betonierten Auffahrt Fugenpflege betreibt, leicht Selbstmordgedanken auf, zumindest Frust. Wegen seiner Verpflichtungen als Koch, Erzieher und Chauffeur von drei „nachtaktiven Gnomen“ kann er die bösen Gedanken nicht mal in Bier ertränken wie früher als Punk. Auch das „chemische Durcheinander im Hirn“ (die Liebe) ist zum Stillstand gekommen. Weil Posch so pointiert schreibt, kann man über diese 30 Alltagsminiaturen großartig lachen.     

Text:
RH
tip-Bewertung: Herausragend

Sie nennen es Nichtstun, Langen-Müller, ?192 Seiten, 17,99 Euro

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