Bücher

Fünf Bücher für den Sommer

Das Sommerbuch„Das Sommerbuch“ von Tove Jansson
Die finnische Zeichnerin und Autorin Tove Jansson wäre in diesem August 100 Jahre alt geworden. Weltruhm bekam sie als Schöpferin der beliebten Mumin-Geschichten. Die Geschichten über die freundlichen Trolle und deren Abenteuer sind als Bücher, Comics und Spielzeug in der ganzen Welt bekannt, Jansson selbst aber scheute das Rampenlicht und es scheint fast, als würde sie sich hinter ihren berühmten Figuren verstecken. Und auch ihr übriges Werk ist wenig bekannt. Neben den Mumin-Kinderbüchern schrieb sie auch zwölf Romane für Erwachsene, einer davon, „Das Sommerbuch“, ist gerade erst auf Deutsch erschienen. Darin erzählt sie von der kleinen Sophia, die mit ihrer Großmutter den Sommer auf einer winzigen finnischen Insel verbringt. Tröstlich, klar und von berückender Poetik geleitet berichtet Jansson von den flüchtigen Momenten, die das Leben ausmachen.

Tove Jansson, Das Sommerbuch. Bastei Lübbe, 208 Seiten, 12 Euro

 

Die Verschwörung der Idioten„Die Verschwörung der Idioten“ von John Kennedy Toole
Ignatius, ein übergewichtiges Muttersöhnchen aus New Orleans streift in heiliger Selbstgerechtigkeit auf der Suche nach einem Job durch seine Heimatstadt und verstrickt sich in eine Reihe komplett abwegiger Missgeschicke, die er zumeist selbst verantwortet hat. Ein bizarrer Held geleitet vom heiligen Zorn und abstruser Besserwisserei wie ihn die Literaturgeschichte selten erlebt hat. Der US-Autor John K Toole schrieb das Buch Ende der Sechziger, nachdem er vergeblich versucht hat, es an einen Verlag zu verkaufen, nahm er sich 1969 das Leben. Elf Jahre später wurde es doch veröffentlicht und Toole erhielt posthum den Pulitzer-Preis verliehen.

John Kennedy Toole, Die Verschwörung der Idioten. Klett-Cotta, 462 Seiten, 22,95 Euro

 

Bonjour Berlin„Bonjour Berlin“ von Oscar Coop-Phane
Harter Sex in Clubtoiletten, Liquid Ecstasy, AIDS, Einsamkeit und Entfremdung. Drei Männer stranden in der Partyhauptstadt Berlin, sie irren durchs Berghain, Panoramabar und Golden Gate, ständig dabei zu konsumieren, sich zu verausgaben, sich zu zerstören. Drogen, Menschen, Gedanken und Orte fließen zu einer feinfühligen Erzählung, mit der der junge Franzose Coop-Phane ein ebenso bedrückendes wie berührendes Porträt der Stadt abliefert, wofür er nicht zuletzt die Anerkennung von Schriftstellerkollegen wie Frederic Beigbender bekam.

Oscar Coop-Phane, Bonjour Berlin. Metrolit, 208 Seiten, 17,99 Euro

 

 

 

In der Hölle ist Platz für alle„In der Hölle ist für alle Platz“ von Manfred Rebhandl
Er kifft, säuft, ist mit einer afrikanischen Prostituierten liiert und zählt zu seinen engsten Freunden senile Drogendealer, exzentrische Seelenklempner und abgebrannte Fußballtrainer. Superschnüffler Rock Rockenschaub ist der Mann der Stunde. In seinem dritten Fall latscht er knietief durch das sündige Wien. Die katholische Kirche bekommt ebenso ordentlich was vor den Latz geklatscht wie Gentrifizierer, Investoren und Politiker. Eine geschändete Leiche wird gefunden und aus dem benachbarten Kloster lugt ein doppelköpfiges Monster mit Migrationshintergrund hervor. Manfred Rebhandls Krimis sind vulgär, hart, tabulos und ganz einfach grandios!

Manfred Rebhandl, In der Hölle ist für alle Platz. Czernin Verlag, 240 Seiten, 14,99 Euro

 

Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki„Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“ von Haruki Murakami
Tsukuru Tazaki ist ein stiller Mann, stoisch arbeitet er für die Bahnbehörde und plant neue Bahnhöfe. Seine Beziehungen sind meist nur von kurzer Dauer, richtige Freunde hat er kaum, obwohl er 36 ist, hat er mit seiner Jugend noch nicht abgeschlossen. Ein viele Jahre zurückliegender Schicksalsschlag verfolgt ihn und erst als er die Reiseveranstalterin Sara trifft, stellt er sich dem traumatischen Erlebnis. Murakamis neuster Roman ist zugleich sein größter Erfolg, ein poetisches Meisterwerk über Schuld, Freundschaft, Einsamkeit und Liebe. 

Haruki Murakami, Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki. Dumont Buchverlag, 350 Seiten, 22,99 Euro

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