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„Sonnenspiegelung“ von Jan Costin Wagner

Hier wird kein Macchiato geschlürft. Jan Costin Wagner ist Psycho-Krimi-Autor und gönnt seinen Figuren keine Schonzeit. Stalker, Selbstmörder, Sex-Straftäter. Oder solche, die man erstmal dafür hält oder die gerade noch die Kurve kriegen. Zur typischen Wagner-Shortstory gehören: ein Revolver im Schreibtisch, personale Erzählweise, wechselnde Perspektiven (zwischen drei oder fünf Figuren) und vor allem: der Psycho-Twist, mit dem man nicht rechnen konnte. Da man nach paar Storys dann ja aber doch damit rechnet und Wagner weiß, dass man damit rechnet, rechnet er eine Ecke weiter oder zwei. Zugegeben: Er wird das beim nächsten Buch nicht endlos so weitertreiben können. Auch die Figuren mit Lebenslüge (Banker und Versicherungsberater) sind einander mitunter sehr ähnlich. Aber für diesen einen Band funktioniert es super.   

Text: Stefan Hochgesand

Sonnenspiegelung von Jan Costin Wagner, Galiani, 192 Seiten, 18,99 Euro?

Lesung:
Theater o.N., Kollwitzstr. 53, Prenzlauer Berg, ?Fr 4.12., 20 Uhr, Eintritt: 5, erm. 3 Euro

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