Bücher

„Tolle Titel“ von Erik Heier

Erik Heier

Der in Berlin lebende ­Schriftsteller Dirk Bernemann hat ein Talent für einprägsame Buchtitel. Seine Werke heißen „Ich hab die Un­-
schuld kotzen sehen“, „Ich bin schizophren und es geht mir allen gut“ oder „Trisomie so ich dir“. Folge­richtig ist Bernemann jetzt für den Preis Ungewöhnlichster Buchtitel des Jahres 2014 nomin­iert, er steht mit „Die Einsamkeit des Fliesennobelpreislegers“ auf der Shortlist. Der Preis wird von der Lese-Community WasLiestDu.de ausgerichtet und am 14. März auf der Leipziger Buchmesse ver­geben, in der Jury sitzen zum Beispiel Oliver Kalkofe und Jürgen von der Lippe. Der Spaßfaktor bei dieser Art von Bürger­beteiligung muss derart hoch sein, dass eigentlich in Berlin sämtliche Olympia-, Görlitzer-Park- oder Tempelhofer-Feld-Bürgerbeteiliger vor Neid grün und gelb werden müssten. Zur Auswahl stehen unter anderem auch „Wir sind ­glücklich, unsere Mundwinkel zeigen in die Sternen­nacht, wie bei Angela Merkel, wenn sie einen Handstand macht“ von Thomas Spitzer, „Kopf hoch, sprach der Henker“ von Michael-Andrй Werner oder „Wenn das die Lösung ist, will ich mein Problem zurück“ von Nelly Arnold. So viel wunderbare Buch­deckelweisheit! Bis zum 3. März kann man online auf www.wasliestdu.de noch abstimmen. Einen Vorschlag für nächstes Jahr hätte ich sogar auch schon: Der neue Roman der „FAS“-Kollegin Antonia Baum: „Ich wuchs auf einem Schrottplatz auf, wo ich lernte, mich von Radkappen und Stoßstangen zu ernähren“. Sehr geschmackvoll.“

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