Bücher

„Tumult“ von Hans Magnus Enzensberger

Hans Magnus Enzensberger neigt nicht zu intimen Geständnissen. Wenn er sich in seinem neuen Buch („Tumult“) autobiografisch an die wilden Jahre um 1968 erinnert, scheint er sich immer ein wenig über den jungen, aufgeregten Mann zu wundern, der er damals war. Der Tonfall: amüsiert, verspielt, sorgsam Sentimentalitäten und Pathos vermeidend. Am liebsten erzählt er etwas spöttisch, aber immer klug von seinen Reisen (zum Beispiel nach Kuba, zur Zucker­ernte), vom revolutionären Karneval, von Begegnungen (zum Beispiel mit Ulrike Meinhof oder Chruschtschow), von seiner verqueren Ehe mit einer offenbar so hinreißenden wie komplizierten Russin. Und dank der Interviews, die er zum Erscheinen des Buches gegeben hat, wissen wir jetzt auch, dass er ganz gerne mal gekifft hat.  

 

Text: Peter Laudenbach

Tumult von Hans Magnus Enzensberger, Suhrkamp, 288 S., 21,95 Euro

 

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