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„Unschuld“ von Jonathan Franzen

Zur Berlin-Lesung kommt der amerikanische Großschriftsteller Jonathan Franzen als Mitglied der Akademie der Künste. Und er bringt seinen fünften, bereits ausgiebig diskutierten  Ein-Kilo-Roman mit. Die Ursprünge zu „Unschuld“ dürften in seiner Zeit als Germanistikstudent Anfang der 1980er-Jahre in Berlin liegen. „Purity“ heißt das US-Original, anspielend auf die 23-jährige Purity Tyler, die sich selbst Pip nennt und auf der Suche nach ihrem Vater ist, den sie noch nie gesehen hat. Man spürt in jedem Dialog, ja, in jeder Szene, dass der 56-jährige Autor weiß, worüber er schreibt. Und das allgemeine Kritikerlob zu diesem grandiosen Werk wirklichkeitsgesättigter Fiktion ist fast einhellig. Wenn ein nörgelndes Wort gegen die Geschichte fiel, in der Pip den Mörder Andreas Wolf trifft, der Mädchen im Dutzend vernascht, den DDR-Untergang erlebt und sich von Bolivien aus gegen das Internet stemmt, dann ganz offensichtlich nur aus bloßer Widerspruchslust.  

Text: Reinhard Helling

Foto: Rowohlt

Unschuld von Jonathan Franzen, aus dem Englischen von Bettina Abarbanell und Eike Schönfeld; Rowohlt, 830 S., 26,95 Euro

LESUNG Akadmie der Künste, Hanseatenweg 10, Tiergarten, Sa 10.10., 20 Uhr, Eintritt 15, erm. 10 Ђ

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