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„Unterwerfung“ von Michel Houellebecq

Nach dem Terroristen-Anschlag auf die Satirezeitung „Charlie Hebdo“ in Paris liest man Houellebecqs neuen Roman, in dem er einen Muslimbruder zum Staatspräsidenten macht, fast mit flauem Gefühl im Magen. Schon vorher war ihm vorgeworfen worden, er schüre die Angst vor dem Islam. François ist Mitte 40, Literaturwissenschaftler und Experte für Joris-Karl Huysmans. Sein Intellekt lässt nach. Studentinnen kriegt er auch nicht mehr ins Bett. Die Midlife-Crisis meistert er, indem er konvertiert. Der Islam als letzte Rettung des dekadenten Westens. Er sorgt für einen, man darf vier Frauen haben. Klar meint Houellebecq das ironisch. Der trockene Ernst, mit dem er sein Zukunftsszenario aber entwirft, ist einfach bemerkenswert.  

Text: Welf Grombacher

Unterwerfung von Michel Houellebecq, DuMont, 280 Seiten, 22,90 Euro

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