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Verena Güntner präsentiert ihren neuen Roman

Verena Güntner präsentiert ihren neuen Roman

Die grantigen Juroren beim Bachmannpreis, ansonsten mindestens Österreich-Meister in Sachen Mürrischkeit, fanden letztes Jahr für Verena Güntners Text nur Lobesworte – auch über den schnoddrigen Tonfall des 16-jährigen Protagonisten Luis, der Mädchen flachlegt wie am Fließband, aber eigentlich am liebsten seine Haut mit einem Messer so dünn schaben würde, dass sie durchsichtig wäre. In Luis’ schizophrenem Kopf spukt ein „Trainer“, der nicht bloß seine Höhenangst eliminieren will, sondern auch Luis’ Leistung bei den Freibad-„Fickwetten“ bewertet, die er mit seinen Kumpels eingeht, wann immer sie ein scharfes Mädchen sehen. Dafür gab’s in Klagenfurt völlig zu Recht den Kelag-Preis – sozusagen zweiter Platz, hinter Katja Petrowskaja. Die wahlberliner Theater-Schauspielerin Güntner holt mit ihrer kühlen Stimme das Maximum aus dem Text, was sie den Berlinern ja schon 2012 beim Open Mike bewies.   

Text: SH

Foto: Stefan Klüter

„Es bringen“ von Verena Güntner, Kiepenheuer & Witsch, 256 S., 18,99 Euro

Berlin-Premiere
im Heimathafen Neukölln, Mi 24.9., 19.30 Uhr

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