Bücher

Weiße Westen

Sie sind ein großer Fan von akkustischen Coverversionen, Singer-Songwritern und 80er-Jahre-Disc-Nächten. Sie gehen zur Psychotherapie, schauen sich am liebsten die urigen, gleichzeitig cleveren Wes Anderson- und Michel-Gondry-Filme an. Essen Sushi, bestehen auch als Hetero auf einen schwulen Freund (am besten schwul und dunkelhäutig) schmunzeln über David Sedaris‘ Biografie-Tollpatschigkeiten, und Apple ist für Sie ein Muss. Kein Wunder, dass das alles auf Sie zutrifft. Sie sind ja schließlich auch weiß.

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All solches „Stuff White People like“ (deutsch: „Dinge, die weiße leute mögen“) versammelt Christian Lander (ein Weißer) in seinem gleichnamigen, unglaublich witzigen Buch – 150 Sachen, auf die weiße Leute stolz verweisen, um zu zeigen wie ungewöhnlich sie sind, weltoffen, verantwortungsbewusst und gebildet. Jeder Weiße strebt nach Einzigartikeit. Aber letztendlich, wie Lander uns vor Augen führt, sind wir doch alle gleich. Kleiner Trost: Lander hat vor allem seine amerikanischen Landsleute beschrieben. Es geht also auch um weiße Leidenschaft auch für Dinge, die uns ein wenig ferner sind: Portland, die „Daily Show“ mit Jon Stewart und Soccer. Amerikaner schwärmen nach ihren Europa-Reisen ja tatsächlich oft von Fußball. Fragen Sie ihre amerikanischen Freunde dann nach derem Lieblingsteam – und sie zeigen verzweifelte Ratlosigkeit.  

Christian Lander, „Stuff White People Like: A Definitive Guide to the unique Taste of Millions“, Random House, 224 Seiten, ca. 10 Euro.

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