Bücher

Wladimir Kaminer – Salve Papa

wladimir_kaminer 

Benjamin von Stuckrad-Barre hat den Humor Wladimir Kaminers einst trefflich mit „Schelmengelall“ und „Spitzbubenscheiße“ charakterisiert. Tatsächlich muss man sich Kaminer als daueraugenzwinkernden Komiker vorstellen, der Berlinbücher für all diejenigen schreibt, die Russen für andere Menschen halten, Angst vor dem Kaukasus haben und sich aus sicherer Distanz auf die Schenkel klopfen, wenn Holzhackertypen im Kaffee Burger mit nacktem Oberkörper tanzen. Wer will so etwas lesen – ausser vielleicht die Verwandtschaft in Westdutschland, die Berlin für ein Folklore-Moskau halten muss?

Über die Schönhauser Allee und die Russendisko hat Kaminer schon geschrieben, jetzt verwurstet er für Salve Papa (Goldmann) seine zwei Kinder, und wie goldig sie in ihrer Schule ankommen. Er schreibt also darüber, wie seine Kinder in der Schule so sind. Und lässt das dann als Buch veröffentlichen. Dazu lud Kaminer, der vor Gästen und am Mikrofon ein besonders romantisches Russen-„R“-rollen kann, in den Club Mädcheninternat, das mit seinen „Klassenzimmern“ genannten Partyräumen für Schul-Atmo sorgen sollte.

Zum Buch: Sohnemann und Tochter erleben in der Schule so einiges, was sie komisch finden an den Kindern in Prenzlauer Berg. Beispielsweise, dass die kleinen Deutschen schon in jüngstem Alter so blasiert sein können wie sie heissen: Karl Friedrich. Und dass Papa Wladimir ganz peinlich berührt gucken kann, wenn die Kinder in der Schule über ihn erzählen, seine Körperhaare seien so lang wie die vom Affen. Genug Gähnstoff bis zu Kaminers nächstem Buchprojekt, wahrscheinlich über seine Eltern oder so, und was wiederum sie an ihrem Wladimir schätzen. Kann man kaum erwarten.    

Mehr über Cookies erfahren