Bücher

„Y“ von Jan Böttcher

Was interessiert mich der Kosovo, mag mancher denken. Dabei führt Jan Böttchers Roman „Y“ direkt ins Zentrum des westeuropäischen Solipsismus. Weil der Freund seines Sohnes verschwindet, macht sich der Autor im Buch auf den Weg. Reist nach Prishtina. Sucht die Eltern des Jungen. Der Vater ist deutsch. Entwickelt Computerspiele. Die Mutter kam als Kind aus dem Kosovo. Kehrte zurück. Die Krisenregion stellt sich als Gegenentwurf zum deutschen Wohlstandsleben dar. In der Fremde findet der Autor sich selbst. Jan Böttcher, früher Sänger der Berliner Band Herr Nilsson, hat einen ambitionierten, hochaktuellen Roman geschrieben, der Längen hat, am Ende aber Klartext spricht.

    

Text: Welf Grombacher

Y von Jan Böttcher, Aufbau, 256 S., 19,95 Euro

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