Bücher

„Zwischenzeit“ von Erik Heier


Gottschalks „Herbstblond“-Autobiografie – noch nicht gelesen. Kim Kardashians „Selfish“-Fotoalbum (für die ­Leute hinterm Mond: Frau Kardashian ist der große Arsch mit Ohren, der neulich mal das Internet zerlegen wollte; Näheres entnehmen Sie bitte der Suchmaschine Ihres Vertrauens): total vergessen, ein Rezensionsexemplar davon zu bestellen. Die Literaturfernsehpflichtveranstaltung der letzten Zeit schlechthin, die Free-TV-Premiere eines Po-Loch-Kratzer-Blockbusters neulich in den Zweiten Deutschen Feuchtgebieten: nach zehn Minuten schamhaarbeschämt ausgeschaltet, was in etwa auch der Zeit entspricht, die ich seinerzeit mit Charlotte Roches Romanvorlage durchgestanden habe. Helmut Schmidts neues Buch? Wovon handelte doch gleich das alte? Ach, von Helmut Schmidt? Dann is’ ja gut. Scheint so, als läge gerade nicht viel an. Als würde sich diese lauwarme Mailuft wie ein rezeptfreies Se­da­ti­vum aufs Gemüt legen. Im Regal sammeln sich die Herbstkataloge der Verlage für die nächste Offensive. Taschen kündigt ein Buch mit Robert Crumbs „versautesten Sexfantasien“ an. Auf dem Schreibtisch liegen so rum: ein Buch über „Sex, der dein Leben verändert“ von Odette Dressler und die Autobiografie der anbetungstauglichen Electropunk-Musikerin Annika Line Trost, die von ihren großen Brüsten berichtet. Für so was ist jetzt Zeit. Vielleicht sollte ich doch noch dieses „Selfish“ bestellen.

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