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Die große Nicole Heesters als Souffleuse in „Na also. geht doch“

Am Renaissance-Theater arbeitet die Schauspiellegende Nicole Heesters mit Elmar Goerden an der Filmadaption von „Na also. geht doch.“ Warum die 89-Jährige die perfekte Wahl ist
Text: Irene Bazinger
Veröffentlicht am: 29.04.2026
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Nicole Heesters ist die Tochter des Schauspielers Johannes Hesterns und war die erste Tatort-Komissarin.  © Simone Rethel

Was tut eine Souffleuse im Theater normalerweise?

Vor allem: Nicht auffallen! Sie hilft den Schauspielenden, wenn die ihren Text vergessen haben, aber so dezent, dass das Publikum nichts von ihrer Krisenintervention mitkriegt. In der Komödie „Na also. geht doch.“ (2001) von Kerstin Specht hatte eine namenlose Souffleuse gerade Besuch von einer alten, berühmten Schauspielerin, die leider beim Tee plötzlich auf dem Sofa verstarb. Die Souffleuse ruft allerdings nicht die Polizei, denn sie will die Diva lieber als Puppe in Kunstharz für die Nachwelt konservieren. Die eine kann nicht mehr reden, die andere kann endlich reden – und hört nicht mehr auf damit …

Im Renaissance-Theater wird Elmar Goerden dieses Stück inszenieren, für das er sich zusammen mit Nicole Heesters entschieden hat: „Ein beidseitiges Wunschprojekt!“, so der Regisseur. Die beiden kennen einander schon von früheren Aufführungen. Nicole Heesters ist, man kann es nicht anders sagen, eine lebende Legende – nicht als Tochter von Johannes Heesters, sondern wegen ihrer jahrelangen, vielfach ausgezeichneten Theaterarbeit etwa in Düsseldorf, Hamburg, München, Wien, Zürich und am Schiller Theater. Sie stand auch oft vor der Kamera und war von 1978 bis 1980 die erste „Tatort“-Kommissarin. Im Februar wurde die gebürtige Potsdamerin stolze 89 Jahre alt, aber sie ist geblieben, was Elmar Goerden voll Respekt und Bewunderung „eine Art preußischer Ladestock“ nennt: diszipliniert, fleißig, anspruchsvoll. Wenn sie auf die erste Probe kommt, erzählt er, kann sie schon ihren kompletten Text, und wenn sie sich auf eine Arbeit einlässt, dann voll und ganz.

„Na also. geht doch.“ ist auch eine Auseinandersetzung mit Alter und Vergänglichkeit

Elmar Goerden, der sein Handwerk als Assistent an der Schaubühne gelernt hat, war von 2005 bis 2010 Intendant des Bochumer Schauspielhauses. Seitdem arbeitet er frei und genießt das sehr: „Ich kann mich voll auf das jeweilige Stück konzentrieren und muss mich um nichts anderes kümmern. Und ich kann mir aussuchen, welche Angebote ich annehme.“ Das ist auch die Situation von Nicole Heesters, die längst niemandem etwas beweisen muss – und es irgendwie trotzdem will, weil sie es kann und weil es ihr gefällt.

Natürlich ist „Na also. geht doch.“ keine Ansammlung von Kantinen-Anekdoten, sondern neben allen witzigen Theaterinterna vor allem eine gar nicht lustige Auseinandersetzung mit Alter und Vergänglichkeit: „Ich glaube, die Grunderfahrung dieser Frau ist, dass sie mit den Jahren vereinsamt und sogar im Theater, ihrem ehemaligen Wohlfühlort, keinen Halt mehr findet, weil sich alles stark verändert hat. Ihre Welt ist aus den Fugen. Und da lugt alsbald Samuel Beckett um die Ecke. Diese inhaltliche und ästhetische Nähe wollen wir zeigen.“ Was für ein Abenteuer – mit Nicole Heesters, die so viel Theatergeschichte selbst erlebt und geschrieben hat. Als sie 2021 den Theaterpreis „Faust“ für ihr Lebenswerk bekam, hieß es in der Begründung, mit ihr werde eine Ausnahmekünstlerin geehrt, die „ihr künstlerisches Schaffen seit Jahrzehnten auf höchstem Niveau in den Dienst des Publikums stellt und dabei über jeden Zweifel erhaben ist.“

Renaissance-Theater Knesebeckstr. 100, Charlottenburg, Do 7.5. (Voraufführung), Fr 8.5. (Premiere), Sa 9.5., Mo 18.5.–Do 21.5., jew. 19.30 Uhr, So 10.5., 16 Uhr, Tel. 31 24 202, Karten 20–48 €, mehr Infos


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