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C|O zieht ins Amerika Haus

Amerika-Haus-BerlinVielleicht habe ich darum nie daran gezweifelt, dass C|O Berlin trotz des zweimaligen Verkaufs des Postfuhramts, wo die Plattform für Fotografie ihr Domizil hat, und der zweifachen Kündigung des Mietvertrags überlebt. Und ich habe auch dann noch daran geglaubt, als das Bezirksamt Mitte nach der scheinbaren Rettung durch die BVV, die C|O Haus und Bunker im Monbijoupark als Ausweichquartier versprochen hatte, plötzlich feststellte, dass der Bebauungsplan gar keine Bebauung erlaubt. Eine peinliche Posse. Doch die C|O-Macher um Stefan Erfurt gaben nicht auf, prüften 70 mögliche Standorte, rückten vom Plan ab, in Berlin-Mitte zu bleiben, und konnten jetzt mit dem Amerika-Haus eine neue Adresse in Charlottenburg präsentieren.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres ist es zu verdanken, dass der 50er-Jahre-Bau aus dem Verkaufsportfolio des senatseigenen Liegenschaftsfonds herausgelöst wurde. Sie möchte dort die Landeszentrale für politische Bildung unterbringen, mit der sich C|O das Gebäude teilt. Das Amerika-Haus verströmt momentan mit grauen Teppichböden und abgehängten Decken noch Behörden-Atmo, wird aber umgebaut, bevor C|O dort im September eröffnet. Dann sollte es seinen lichten 50er-Jahre-Charme zurückgewonnen haben. Ganz einfach ist der neue Standort nicht, lebt die weltbekannte, bislang privat finanzierte und zum Jahreswechsel in eine Stiftung umgewandelte Fotogalerie doch von den Eintrittsgeldern. Eine Laufgegend ist die Hardenbergstraße nicht, aber vom Amerika-Haus aus ist es nur ein Katzensprung zur Helmut Newton Stiftung und zum Museum für Fotografie – eine gute Konstellation.

Text: Stefanie Dörre

Foto: © Raimond Spekking / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)

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