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Cairoscape im Kunstraum Kreuzberg

Christoph-Oertli_Cairo_FilmstillDenn die Balkone finden sich dort, wo Architektur und Stadtplanung dem täglichen Wachstum der Megacity durch den Zuzug neuer Bewohner kaum noch Struktur verleihen können, und doch fast jeder, der kommt, den verheißungsvollen Glanz einer Stadt in sich trägt, die einst für märchenhaften Reichtum und Schönheit stand. Kairo, arabisch-afrikanische Metropole, ist die Kapitale der arabisch-sprachigen Welt in Literatur, Musik und Film, und dennoch weiß man hierzulande wenig von der gegenwärtigen Kunstproduktion der Stadt. Die Ausstellung „Cairoscape – Images, Imagination Hermann-Huber_Tiring_Stillund Imaginary of a Contemporary Mega City“ im Kunstraum Kreuzberg will das mit den Arbeiten von 18 Künstlern, einem Filmprogramm und Gesprächen an jedem Donnerstag ändern. Luftverschmutzung, Umweltzerstörung, Verkehrslärm und andere Sünden der Neuzeit prägen Kairos Gegenwart: Die Suche der Fotografin Maha Maamoun nach Resten und Surrogaten von Natur zeugen davon ebenso wie eine Soundinstallation von Gilles Aubry. Doa Aly führt in die fast unsichtbare Community der chinesischen Arbeiterinnen ein, die Protagonisten von Randa Shaaths Fotoserien leben auf den Dächern der Stadt. Andere künstlerische Arbeiten gelten den Träumen, Visionen und Erzählungen, die dieses dicht gedrängte Leben hervorbringt. „Wer Kairo nicht gesehen hat“, sagte schon eine Figur aus 1001 Nacht, „hat die Welt nicht gesehen.“

Text:
kbm

Cairoscape
Kunstraum Kreuzberg im Bethanien
Mariannenplatz 2, Kreuzberg
tgl. 12-19 Uhr, bis So 12.10.2008
Programm unter www.cairoscape.org

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