Workshops, queere Partys und mehr: Der Kulturort an der Alten Feuerwache THF kehrt zurück

Vor allem für kleine Kulturkollektive und freie Initiativen werden bezahlbare Räume in Berlin immer knapper. Dafür finden sich immer wieder temporäre Lösungen, die Kultur und Partys an außergewöhnliche Orte bringen – wie die ehemalige Feuerwache am Flughafen Tempelhof. Ab dem 28. August wird es dort für zwei Monate wieder Veranstaltungen geben.
Hinter dem Projekt steht der Torhaus Berlin e.V., der die Alte Feuerwache THF bereits im vergangenen Jahr bespielt hatte. Auch in der zweiten Saison wurden unterschiedliche Akteur:innen aus Kunst, Club- und Subkultur eingeladen: Tagsüber sollen Workshops, Diskussionsrunden und kollaborative Formate stattfinden, am Abend übernehmen wechselnde Kollektive.
Dafür hatte der Torhaus Berlin e.V. gemeinsam mit der Clubcommission Berlin und BIC einen Open Call gestartet, der auf großes Interesse stieß. Mehr als 200 Kollektive bewarben sich. Vier wurden ausgewählt und erhielten jeweils ein Booking-Budget von 2.000 Euro.
Progressive Kollektive für vier Clubnächte
Den Auftakt macht Angel Audio am 11. September. Das FLINTA*-geführte Soundsystem-Kollektiv aus dem Umfeld der Femme Bass Mafia wird nicht nur auflegen, sondern auch den Bau des eigenen Soundsystems als offenen Workshop zugänglich machen. Am 18. September folgt kwia berlin, ein von POC und queeren Menschen betriebener Listening Space aus Neukölln. Das Kollektiv musste seinen bisherigen Raum aufgrund steigender Mieten aufgeben und kehrt nun in der Feuerwache mit Ambient und experimentellen Sounds zurück. Tetas Locas folgt am 2. Oktober; die lesbisch-sapphische Veranstaltungsreihe will auch auf den Mangel an Räumen für die sapphische Community aufmerksam machen. Den Abschluss der Clubnächte bildet SHUSH am 9. Oktober: Soundsystem, Konzertreihe, Kollektiv und Label zugleich, verbindet SHUSH einen genreübergreifenden Clubabend mit einem Workshop aus der Berliner House-Dance-Community und einem internationalen Gast.
Auch vier Performance-Arbeiten wurden über einen zweiten Open Call ausgewählt: Maximilian Brauer und Leonard Neumann sind am 19. September zu sehen, schwestern am 26. September und Post-Organic Bauplan am 10. Oktober. Ein Termin für Yves B. Golden & Cru Encarnação soll noch bekannt gegeben werden. Insgesamt also ein tolles Programm für einen progressiven Kulturort in geschichtsträchtiger Kulisse.