Ostern im Club: Unsere Party-Tipps

Am langen Osterwochenende wird gefeiert – bis auf Karfreitag. Wobei: Berlin hat bundesweit eine der liberalsten Regelungen zum Tanzverbot – kein Wunder bei einer so wenig religiösen Stadt. Während in Bayern am Karfreitag sehr strenge Regeln gelten, ist das Tanzen in der Hauptstadt nur von 4 bis 21 Uhr verboten. Grund für das Tanzverbot ist, dass der Freitag als Todestag Jesu zum „stillen Feiertag“ erklärt wurde. An diesen Tagen gilt bundesweit striktes Feier- und Tanzverbot.
Dass das Ordnungsamt am 3. April um 4.01 Uhr auf der Matte steht und euch einsackt, sollte eure Hüfte nicht in sofortigen Stillstand geraten, ist dennoch unwahrscheinlich. Aber aus der Party tagsüber wird nichts, in den Berliner Clubs geht es dann erst abends wieder los. Wir geben einen Überblick von Gartenparty bis zum kinky Clubbesuch.
Vier Tage Tanzen in der Renate
Das gentrifizierungsgeplagte Friedrichshain erlebte im vergangenen Dezember ein Weihnachtswunder, als die Renate verkündete, doch nicht schließen zu müssen. Hintergrund war eine überraschende Einigung mit dem Eigentümer. Die letzten Wochen hat das Team genutzt, um das Re-Opening vorzubereiten und sich unter anderem ein neues Soundsystem angelegt. Am Osterwochenende kann man vom Gründonnerstag bis Ostersonntag in der Renate jeden Tag tanzen – auch am Karfreitag regelkonform ab 23 Uhr. Karsamstag und Ostersonntag öffnet die Renate sogar – je nach Wetterlage – ihren Garten für einen Open-Air-Rave. Wer ein Ticket für den „Ostergarten“ hat, darf auch zur anschließenden „Renate Klubnacht“ bleiben. Zu den Highlights des Line-Ups zählt die Wahlberlinerin Stella Zekri, die groovigen, Deep-House mit Chicago-Referenzen auflegt, sowie der Australier Eduardo De La Calle, mit einem eher minimalistischen, dubbigeren Ansatz.
Club Renate Alt-Stralau 70, Friedrichshain, mehr Infos hier
Musikalische Bandbreite im Lokschuppen
Für den Karfreitag hat der Lokschuppen an der Warschauer Straße das Who-is-Who der modernen Techno-Szene versammelt. Beim polnischen DJ Eargasm God ist der Name Programm. Als einer der bekanntesten Aufleger:innen der „Soundcloud DIY“-Generation prägt er besonders Techno-Fanatiker:innen der Gen Z. Zum Techno-Line-Up gehören außerdem Elotrance und Justin Tinderdate. Wer lieber zu andere Musik und vielleicht sogar auf Hardcore Musik abgeht, kann Samstag bei „Happy Easter, Happy Hardcore“ zu aggressiven, elektronischen Sounds tanzen. Sonntag folgt wechselt die Musik zu House- und Elektro-Musik. Je nach musikalischem Gusto kann man also das ganze Oster-Wochenende im Lokschuppen unterkommen.
Lokschuppen Revaler Str. 99, Friedrichshain, mehr Infos hier
Kater Club: Eier, wir brauchen Eier!

Unter dem Motto „Eggs, Eggs, Eggs“ lädt der Kater Club zu vier Tagen durchgehend Party ein. Samstagabend geht es mit 90’s House-Musik los und führt über Psy- und Groove-Techno-Beats durch die Nacht in den Sonntag hinein. Um 14 Uhr darf es dann nach draußen gehen, um unter freiem – und hoffentlich sonnigem – Himmel eines der bekannten Kater-Open-Airs zu feiern. Mit klassischem House, Funk und einem Hauch von Acid geht es dann noch bis Dienstag weiter. Besonders ist gerade in der immer teurer werdenden Clublandschaft der Stadt, dass die gesamten vier Tage nur fünf Euro kosten. Sollte man allerdings zwischendurch gehen und wiederkommen, können Mehrkosten entstehen.
Kater Holzmarktstr. 25, Friedrichshain, Sa 4.4. 22 Uhr – Di. 7.4. 4 Uhr, mehr Infos hier
Oster-Klubnacht im Berghain

Bei so einer Liste darf natürlich das Oster-Angebot des Berghain nicht fehlen. Die legendäre „Oster-Klubnacht“ steigt auch dieses Jahr wieder im Klub und der Panorama-Bar des Berghain. In der Bar geht es am Karsamstag um 23.59 Uhr los, die sagenumwobenen Türen des Klubs öffnen zum Osterevent am Sonntag um 16 Uhr. Dazwischen findet im Berghain die Snax Party statt, Eintritt nur für Männer in Fetisch-Kleidung. Alle, die nicht zur Zielgruppe dieser Party gehören, verbringen die Osterklubnacht bis 16 Uhr in der Panorama-Bar und wechseln dann in den Hauptclub. Wie üblich für den Club der Stadt, ist auch das Line-Up beachtlich. Bekanntester auf der Liste ist der US-amerikanische DJ Rush, der seit den 90ern weltweit die Technoszene mit seinen Sounds prägt. Außerdem treten das Karlsruher Duo Âme mit experimentellem House und Roman Flügel, der seit den 90ern zu den einflussreichsten Künstler:innen der Frankfurter Schule des Club-Sounds zählt, auf. Die Party geht Berghain-üblich ohne Pause bis in die frühen Morgenstunden des Dienstags. Übrigens: Wir widmen uns den Klischees und zeigen euch Typen, die ihr im Berghain immer trefft.