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Der Nahe Osten

Der Nahe Osten: Gut Hobrechtsfelde

Prärie in Panketal – Rund um das Gut Hobrechtsfelde existiert eine ursprüngliche, halboffene Waldlandschaft mit frei lebenden Konik-Pferden

Wie wild sind eigentlich Wildpferde? Schlagen sie aus, wenn man sich ihnen nähert? Beißen sie? Axel Lüssow, Soziologe, Tierschützer und als Tierfotograf (Foto oben) unter anderem auf den Spuren wilder Rösser bei Berlin, rät zwar davon ab, den rund um Gut Hobrechtsfelde im westlichen Panketal weidenden Koniks allzu nahe zu kommen. Doch die von Hauspferden abstammenden, nach dem Vorbild ausgestorbener Tarpane gezüchteten Wildpferde seien nicht auf Stress aus. „Pferde sind Pflanzenfresser und auf Flucht, nicht auf Angriff gepolt“, sagt Lüssow.
Umso entrückter spazieren die – erstaunlich wenigen – Besucher durch die rund 900 Hektar weitläufige, halboffene Waldlandschaft, die auf den einstigen Rieselfeldern zwischen Schönower Heide und Karower Teichen entstand. Seit 2010 stehen dort zur Landschaftspflege zeitweilig rund 80 wild lebenden Koniks sowie 80 Hochland- bzw. Galloway-Rinder und drei Wasserbüffel. Das Gelände hat zwar keinen direkten Nahverkehrsanschluss, ist aber mit der S2 plus mitgereistem Fahrrad gut zu erreichen. Genau hinzuschauen, ist bei der Wildpferdsuche ein Muss: Die beige- und graufarbenen Koniks fügen sich so gut in die Landschaft ein, dass man sie schnell übersieht. Außerdem wurden seit 2015 – seit Beendigung des wissenschaftlich begleiteten Waldweide-Pilotprojektes durch die betreuende Agrar GmbH Gut Hobrechtsfelde – zahlreiche Tiere abgezogen, vor allem Hengste. Ein Riesenverlust, findet Axel Lüssow, der mit Gleichgesinnten die Bürgerinitiative Pro Weidetiere e.V. gegründet hat. Wer das abwechslungsreiche Gelände besucht und die Tiere beobachtet hat, kann da nur zustimmen.

Waldweidelandschaft rund um Gut Hobrechtsfelde Stadtauswärts gesehen: links von der Bucher-, Hobrechtsfelder- und Schönwalder Chaussee, Panketal (Weidetiere nicht füttern, es gefährdet ihre Gesundheit und stört ihr Sozialleben!). Weitere Infos: www.pro-weidetiere.info

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