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Oscars 2017

Die 89. Academy Awards 2017: Falscher Umschlag

Und man wunderte sich noch, was dieser Techniktyp mit dem Headset auf der Bühne zwischen Crew und Cast von „La La Land“ zu suchen hatte, der da nervös herumwirbelte

Foto: Studiocanal/Dale Robinette

Dann war klar: Wir wurden gerade Zeuge eines unglaublichen Vorgangs – ausgerechnet bei der Verkündung des Besten Films hatte man Laudator Warren Beatty den falschen Umschlag in die Hand gedrückt. Dort war der (gebrauchte) Zettel für Emma Stone als Beste Hauptdarstellerin des Musicals zu finden, und Warren Beatty hatte wohl nach einigem Zögern messerscharf daraus geschlossen, dass ja dann auch „La La Land“ als Bester Film gewonnen haben müsste.

Tja, Shit happens, umso emotionaler war dann der Sieg für „Moonlight“, Barry Jenkins‘ vielschichtiges Drama um einen jungen Schwarzen in den Slums von Miami. Es geht also doch, dass sich viele Menschen wie die Mitglieder der Academy für einen nicht ganz so leicht zugänglichen Film entscheiden. Aber die Macher von „La La Land“ mussten nicht traurig, sein, schließlich war der Film mit sechs Oscars der erwartete Gewinner des Abends. Damien Chazelle durfte über den Regie-Oscar ebenso jubeln wie Emma Stone für die Beste Hauptrolle.

Dass „Toni Erdmann“ als Bester Auslandsfilm leer ausging, hatte indirekt sicherlich auch mit der Politik des Blondierten in Washington zu tun – als Iraner war Asgar Farhadi direkt von dem Einreisestopp betroffen, was seine künstlerische Leistung hier keineswegs schmälern soll.

Und sonst: verdiente Oscars für Mahershala Ali für seine Nebenrolle in „Moonlight“, für Casey Affleck und sein geniales Spiel in „Manchester by the Sea“ und für Viola Davis in „Fences“ – sie hielt die emotionalste aller Reden.

Und ganz so politisch wie erhofft wurde die Zeremonie dann doch nicht – einige Frotzeleien Richtung US-Präsident von Moderator Jimmy Kimmel, ein paar Worte zu Freiheit und Diversität – und Standing Ovations für die zum 20. Mal nominierte Meryl Streep, that‘ it. Wir wissen ja: The show must go on. Martin Schwarz

Die Gewinner

Makeup: „Suicide Squad“

Kostümdesign „Fantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“

Dokumentarfilm Lang: „O.J. Made in America“

Tonschnitt: „Arrival“

Tonmix: „Hacksaw Ridge“

Fremdsprachiger Film: „The Salesman“

Animierter Kurzfilm: „Piper“

Animierter Spielfilm: „Zoomania“

Szenenbild: „La La Land“

Visuelle Effekte: „Das Dschungelbuch“

Schnitt: „Hacksaw Ridge“

Dokumentar-Kurzfilm: „The White Helmets“

Kurzfilm: „Sing“

Kamera: La La Land“

Titelsong: „City of Stars“ aus „La La Land“

Filmmusik: „La La Land“

Originaldrehbuch: Kenneth Lonergan für „Manchester by the Sea“

Adaptiertes Drehbuch: Barry Jenkins für „Moonlight“

Regie: Damien Chazelle für „La La Land“

Nebendarsteller: Mahershala Ali in „Moonlight“

Nebendarstellerin: Viola Davis mit „Fences“

Hauptdarsteller: Casey Affleck in „Manchester by the Sea“

Hauptdarstellerin: Emma Stone in „La La Land“

Bester Film: „Moonlight“

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